Datum01.07.2026 21:46
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer deutsch-französische Panzerbauer KNDS verschiebt seinen Börsengang auf unbestimmte Zeit, da Rüstungsaktien aktuell an Wert verlieren. Aktionäre wünschen eine bessere Marktlage für die Aufnahme der Börsenpläne. Ursprünglich war der Gang an die Börse in Paris und Frankfurt vor der Sommerpause geplant. Trotz abgeschlossener Vorbereitungen und Investorenvertrauens sieht sich KNDS gezwungen, zu warten, da die Bewertung unter den Erwartungen liegt. Zuvor stimmte der Bundestag dem Einstieg der Bundesregierung bei KNDS zu.
InhaltNoch vor der Sommerpause hätte der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS an die Börse gehen sollen. Dort hat die Branche momentan allerdings keinen stabilen Stand. Rüstungsaktien haben an Wert verloren. Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS zieht daraus nun Konsequenzen und schiebt seinen Börsengang auf die lange Bank. Die Aktionäre hätten das Unternehmen informiert, sie wollten die Börsenpläne erst wieder aufnehmen, wenn sich das Marktumfeld für Rüstungsaktien in Europa verbessere, teilte KNDS am Mittwochabend mit. KNDS hatte eigentlich noch vor der Sommerpause an die Börsen in Paris und Frankfurt gehen wollen. Die Vorbereitungen seien praktisch abgeschlossen, in den Gesprächen mit Investoren habe sich gezeigt, dass diese auch an die langfristige Strategie von KNDS glaubten, erklärte der Konzern. Die Branche war an der Börse allerdings unter Druck geraten: Der größte Rivale Rheinmetall hatte in den vergangenen Tagen massiv an Wert verloren. Die "Financial Times" hatte am Dienstagabend berichtet, dass wichtige Investoren gegenüber KNDS erklärt hätten, die Bewertung des Unternehmens liege beim Börsengang nur bei rund zwölf Milliarden Euro. Banker hatten zuvor 15 Milliarden Euro für realistisch gehalten. Vergangene Woche hatte der Bundestag grünes Licht für den Einstieg des Bundes bei KNDS gegeben. Damit kann die Bundesregierung ein Aktienpaket von 40 Prozent von den bisherigen deutschen Eigentümerfamilien übernehmen. Die Kosten für den Anteilserwerb sollten nach SPIEGEL-Informationen bis zu 7,2 Milliarden Euro betragen.