Datum01.07.2026 21:25
Quellewww.spiegel.de
TLDRBei Anschlägen mit Sprengsätzen auf die Häuser dreier Politiker in Thessaloniki kam eine Person ums Leben, vier wurden verletzt. Die angegriffenen Politiker gehören der konservativen Partei Nea Dimokratia an. Ministerpräsident Mitsotakis verurteilte die Taten als "feigen, terroristischen und mörderischen Anschlag". Die aus Butangasflaschen gefertigten Sprengsätze richteten sich offenbar gezielt gegen die Politiker. Obwohl keine Bekennerschreiben vorliegen, wird eine Verbindung zu militanten Gruppen in Griechenland vermutet. Die Opposition verurteilte die Angriffe ebenfalls.
InhaltEine Person ist tot, vier weitere sind verletzt: Sprengsätze an Häusern von drei Politikern schockieren Griechenland. Der Ministerpräsident und die Opposition verurteilen die Taten. In Thessaloniki ist bei Angriffen auf Privathäuser von Politikern ein Mensch getötet worden. Griechische Behörden sprachen von Anschlägen mit selbst gebastelten Sprengsätzen auf drei Politiker der konservativen Regierungspartei Nea Dimokratia. Der Polizei zufolge wurden sie in den frühen Morgenstunden verübt. Vier weitere Menschen seien verletzt worden. Berichten zufolge handelt es sich bei der Toten um die Mutter der ehemaligen Parteikandidatin Afroditi Nestora. Die Politikerin selbst habe Verbrennungen erlitten. Die Angriffe galten demnach auch dem Vorsitzenden des Parteivorstands, Sisis Ioakimovic, und der ehemaligen Abgeordneten Savvas Anastasiades. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sprach von einem "feigen, terroristischen und mörderischen Anschlag". Er wolle Thessaloniki besuchen, um seinen Parteikollegen beizustehen. Später erklärte Mitsotakis, im öffentlichen Leben des Landes existiere ein "mörderischer und unmenschlicher Charakter der blinden Gewalt". Laut der Polizei sind die improvisierten Sprengsätze aus Butangasflaschen hergestellt worden. Hinter den Anschlägen werden dieselben Täter vermutet. Ein Bekennerschreiben gab es zunächst nicht. Die Polizei äußerte sich zunächst nicht zu möglichen Hintergründen. In Griechenland gibt es eine gewisse Historie, was Anschläge militanter Gruppen gegen Autoritäten betrifft. In den vergangenen Jahren verursachten sie meist nur Sachschäden. Im Juli 2025 verletzte eine Bombe in Thessaloniki jedoch zwei Personen leicht, sie war offenbar für den Verbandschef der griechischen Gefängniswärter gedacht. Im Juli 2024 verletzte ein Anschlag einen Polizeibeamten, der das Haus eines hochrangigen Richters in Athen bewachte. Ministerpräsident Mitsotakis mahnte am Mittwoch eine Nulltoleranzpolitik gegenüber jeder neuen Form des Terrorismus an. Auch linke Oppositionsparteien verurteilten die Anschläge.