Energie: Schneider will Ort für Atommüll-Endlager bis 2050

Datum01.07.2026 18:45

Quellewww.zeit.de

TLDRBundesumweltminister Carsten Schneider will die Suche nach einem Endlager für deutschen Atommüll beschleunigen und spätestens bis 2050 einen Standort festlegen. Ein Gesetzentwurf soll dies ermöglichen. Dies könnte durch den Verzicht auf Erkundungsbergwerke und stattdessen durch oberflächennahe Bohrungen zur Gesteinsuntersuchung geschehen. Trotz Abschaltung der Kernreaktoren bleibt die sichere Endlagerung von rund 27.000 Kubikmetern hochradioaktiven Abfalls für die nächsten Jahrtausende eine Herausforderung.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Energie“. Lesen Sie jetzt „Schneider will Ort für Atommüll-Endlager bis 2050“. Bundesumweltminister Carsten Schneider treibt seine Pläne für eine schnellere Suche nach einem Endlager für den deutschen Atommüll voran. "Wir finden Beschleunigungselemente, die es möglich machen, den Standort festzulegen, wo das Endlager hinkommt, spätestens zum Jahre 2050", sagte der SPD-Politiker bei einem Besuch im Atommüll-Zwischenlager in Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern. "Das heißt 25 Jahre früher als derzeit." Bis im künftigen Endlager Atommüll gelagert werden könne, dauere es noch bis ins nächste Jahrhundert. Schneider hatte das Vorhaben bereits im Winter angekündigt, nun hat er dazu einen Gesetzentwurf vorgelegt. Er hoffe auf eine Verabschiedung im Kabinett noch in diesem Jahr, sagte er.  Das Freiburger Öko-Institut war in einem Gutachten 2024 zu der Einschätzung gekommen, dass die Endlager-Suche unter idealen Bedingungen bis zum Jahr 2074 dauern könnte. Auftraggeber war das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE). Das Bundesumweltministerium unter der damaligen Führung der Grünen-Politikerin Steffi Lemke hatte in Reaktion auf die Studie erklärt, man gehe davon aus, dass ein Endlager bis 2050 gefunden werden könne. Einst war sogar das Jahr 2031 angepeilt worden. Ein wichtiges Element zur Beschleunigung wäre der Verzicht auf Erkundungsbergwerke in den Regionen, die für ein Endlager infrage kommen. Stattdessen könnte das Gestein mit Hilfe von Bohrungen von der Oberfläche aus untersucht werden. Diese Möglichkeit hatte die Vorsitzende der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), Iris Graffunder, ins Spiel gebracht. Deutschland hat seine letzten Atomreaktoren zwar im April 2023 abgeschaltet. Doch noch muss ein Lager für rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Atommüll gefunden werden, der in mehr als 60 Jahren Atomkraft angefallen ist. Der Standort soll Sicherheit für eine Million Jahre bieten. Derzeit lagert der Müll in 16 oberirdischen Zwischenlagern in verschiedenen Bundesländern. © dpa-infocom, dpa:260701-930-318444/1