Datum01.07.2026 16:49
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Hitzewelle führte auch Bestatter in NRW an ihre Grenzen, insbesondere in Köln und Leverkusen, wo es Engpässe bei der Leichenunterbringung gab. Das Innenministerium vermittelte Hilfe durch den Bundesverband der Bestatter. Laut Gesetz müssen Leichen binnen 36 Stunden in Kühlhäuser überführt werden, bei Hitze noch schneller. Die Probleme waren lokal begrenzt und werden noch geprüft. Eine Übersterblichkeit durch die Hitze lässt sich aktuell noch nicht belegen, da die Statistik erst 2027 vorliegt und nur Grunderkrankungen erfasst.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Hitzewelle“. Lesen Sie jetzt „Extremhitze führte auch Bestatter ans Limit“. Die extreme Hitzewelle der vergangenen Woche hat vereinzelt auch Bestatter in NRW an ihre Grenzen geführt. Im Raum Köln habe es Hinweise gegeben, dass es am Wochenende vorübergehend zu Engpässen beim Abtransport von Leichen gekommen sei, sagte der Gruppenleiter im NRW-Gesundheitsministerium, Professor Frank Stollmann, im zuständigen Ausschuss des Landtags. Zudem habe es in Leverkusen am Samstag nach Angaben der Bezirksregierung Köln einen akuten Engpass bei der Unterbringung von Verstorbenen gegeben. Auch die Stadt Köln habe vergleichbare Probleme gemeldet. Durch Vermittlung des Innenministeriums sei ein Kontakt zu den Notfallteams des Bundesverbandes der Bestatter hergestellt worden, so Stollmann. Dieser habe der Stadt Leverkusen mindestens 30 Plätze für Leichen anbieten können. Die Stadt Köln sei ebenfalls auf das Notfallteam hingewiesen worden. Dort habe aber die Uniklinik zwischenzeitlich Abhilfe schaffen können. Laut Bestattungsgesetz Nordrhein-Westfalen muss ein Leichnam spätestens nach Ablauf von 36 Stunden in eine Leichenhalle überführt werden. Bei extremer Hitze könne es aus Gründen des Gesundheitsschutzes auch notwendig sein, den Leichnam noch schneller zu überführen, sagte Stollmann. Nach dem bisherigen Kenntnisstand habe es sich eher um "solitäre Problemlagen" gehandelt und nicht unbedingt um ein flächendeckendes Phänomen. Das werde aber noch geprüft. Es gebe aber eine gute Netzwerkarbeit unter den Bestattern, die sich gegenseitig helfen. Die Frage einer Übersterblichkeit infolge der Hitzewelle könne derzeit noch nicht mit konkreten Zahlen belegt werden, sagte Stollmann weiter. Die Daten der Todesursachenstatistik 2026 würden wegen der Meldewege voraussichtlich erst bis Herbst 2027 vorliegen. Die Auswertung erfolge für das gesamte Jahr und nicht für einzelne Monate oder Wochen. Zudem werde in der Statistik nur das Grundleiden dokumentiert. Todesfälle, die einen starken Zusammenhang zur Hitzebelastung haben könnten, bei denen aber als ursächliches Grundleiden etwa eine Herz-Kreislauf-Erkrankung dokumentiert werde, würden nicht als hitzebedingt identifiziert. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte mit Blick auf die tagelange Extremhitze: "Das waren für das gesamte Gesundheits- und Pflegesystem und Rettungssystem vor allen Dingen am Samstag und Sonntag äußerst herausfordernde Situationen." Ohne Frage sei es in Krankenhäusern und Notfallambulanzen teilweise zu schwierigen Stunden gekommen. Nirgendwo aber habe es ein sogenanntes übergeordnetes Versorgungsproblem gegeben. "Es hat lokale Versorgungsprobleme gegeben, aber die sind dann auch lokal gelöst worden." © dpa-infocom, dpa:260701-930-317703/1