Schusswaffenangriff in Stade: Staatsanwaltschaft bestätigt Ermittlungen gegen Schützen von Stade

Datum01.07.2026 16:46

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den mutmaßlichen Schützen von Stade wegen Bedrohung von Ärzten, die seine Tochter behandelten. Ein Sorgerechtsstreit gilt als mögliches Motiv für den Angriff. Der 45-Jährige soll im Zusammenhang mit der Behandlung seiner Tochter aggressiv aufgetreten sein. Es besteht der Verdacht, dass er das Kind zuvor geschüttelt hat. Gegen den Mann wurde bereits Haftbefehl erlassen.

InhaltDer mutmaßliche Schütze von Stade soll Ärzte, die seine Tochter behandelten, bedroht haben. Ein Sorgerechtsstreit soll das Motiv für den Schusswaffenangriff gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft Hannover hat Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Schützen von Stade wegen Verdachts der Bedrohung bestätigt. Hintergrund ist nach Angaben der Behörde die Behandlung seiner Tochter wegen eines Schütteltraumas. Der Beschuldigte habe am 22. April "im Zusammenhang mit der Behandlung seiner Tochter wegen eines Schütteltraumas gegenüber Ärzten der (Medizinischen Hochschule Hannover, MMH) aggressiv aufgetreten sein und ihnen verbal gedroht haben", teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit.  Der 45-Jährige, der des Mordes an sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade verdächtigt wird, soll einem Bericht des Spiegels zufolge seine drei Monate alte Tochter zuvor geschüttelt haben. Das Magazin berichtete, ein Arzt habe entsprechende Verletzungen festgestellt. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich zunächst nicht dazu, ob sie den Verdacht, dass der Mann sein Kind geschüttelt habe, teilt – sondern bestätigte lediglich den Verdacht der Bedrohung gegenüber den behandelnden Ärzten. Demnach erfülle eine von dem Mann Anfang Mai versandte Mail an die Ärzte der MMH hingegen nicht den Tatbestand der Bedrohung.  Ermittler gehen davon aus, dass das Motiv für die tödlichen Schüsse in Stade ein Sorgerechtsstreit gewesen ist. Der Verdächtige sowie die Mutter des Kindes hatten nach Angaben des Oberlandesgerichts (OLG) Celle Beschwerde gegen ein Eilverfahren vom Amtsgericht Neustadt am Rübenberge eingelegt, wonach die Mutter zusammen mit der Tochter in einer Mutter-Kind-Einrichtung untergebracht werden soll. Beiden Eltern wird der Entscheidung zufolge die Gesundheitssorge entzogen. Eine Entscheidung des OLG Celle zu der Beschwerde dagegen steht noch aus. Gegen den mutmaßlichen Schützen wurde bereits Haftbefehl erlassen, er befindet sich in Untersuchungshaft. Eine mögliche Tatbeteiligung der Mutter sowie einer Begleiterin des mutmaßlichen Täters, die Polizeiangaben zufolge zu seiner Familie gehört, ist laut der Staatsanwaltschaft Stade noch ungeklärt und Gegenstand weiterer Ermittlungen. Die Polizei hatte bereits kurz nach der tat von einer "Sorgerechtssache" gesprochen und die Tat im familiären Bereich verortet.