Datum16.10.2025 00:56
Quellewww.zeit.de
TLDRIsrael droht der Hamas mit der Wiederaufnahme des Gaza-Kriegs, falls die Übergabe getöteter Geiseln nicht weiter voranschreitet. Verteidigungsminister Israel Katz, unterstützt von US-Präsident Trump, fordert die vollständige Übergabe aller sterblichen Überreste. Bisher übergab die Hamas nur zehn Leichen, während sie Schwierigkeiten bei der Bergung der verbleibenden hat. Das Waffenruhe-Abkommen, das am vergangenen Freitag in Kraft trat, sieht die Übergabe aller Geiseln und die Freilassung palästinensischer Häftlinge vor.
InhaltDie Hamas spricht von Schwierigkeiten beim Bergen der Geisel-Leichen. Verteidigungsminister Israel Katz erarbeitet mit dem Militär einen Plan zur Fortführung der Kämpfe. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat der Hamas wegen der schleppenden Übergabe getöteter Geiseln mit einer Fortsetzung des Kriegs im Gazastreifen gedroht. "Wenn die Hamas sich weigert, das Abkommen einzuhalten, wird Israel in Abstimmung mit den Vereinigten Staaten die Kämpfe wieder aufnehmen", kündigte Katz nach Angaben seines Büros an. Er habe das Militär mit der Ausarbeitung eines umfassenden Plans zur Bekämpfung der Hamas beauftragt, heißt es in der Mitteilung weiter. US-Präsident Donald Trump unterstützte die Drohung. Er könne Israel das Weiterführen der Kämpfe jederzeit wieder erlauben, wenn die Hamas die Bedingungen des Friedensabkommens nicht einhalte, sagte er dem Sender CNN. "Israel wird auf diese Straßen zurückkehren, sobald ich das Wort gebe", sagte er. Die Terrororganisation Hamas hatte bis Mittwoch zehn Leichen an Israel überstellt. Bei einer von ihnen handelte es sich nach Erkenntnissen israelischer Forensiker allerdings nicht um eine Geisel. Zwei der übergebenen Leichen sind noch nicht identiziert. Der bewaffnete Arm der Hamas teilte mit, er habe alle "erreichbaren" Geisel-Leichen übergeben. Für die Bergung der verbleibenden Leichen seien große Anstrengung und spezielle Ausrüstungen nötig. Laut dem Waffenruhe-Abkommen hätte die Hamas schon am Montag die Leichen aller 28 verstorbenen Geiseln übergeben müssen. Israel wirft der radikalislamischen Gruppe vor, sich nicht an das Abkommen zu halten, weil sie nicht sofort die sterblichen Überreste aller Verschleppten ausgehändigt hat. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus US-Beraterkreisen erfuhr, habe die Hamas aber vor, sich an das Abkommen zu halten. Das Gaza-Abkommen war am vergangenen Freitag in Kraft getreten, nachdem Israel und die Hamas dem ersten Teil eines US-Friedensplans zugestimmt hatten. Der von Trump vorangetriebene und von zahlreichen Staaten unterstützte 20-Punkte-Plan zur Beendigung des Gaza-Kriegs sieht in einer ersten Phase die Übergabe aller Hamas-Geiseln aus dem Gazastreifen und die Entlassung inhaftierter palästinensischer Gefangener aus israelischen Gefängnissen vor. Die letzten 20 überlebenden Hamas-Geiseln kamen wie vereinbart am Montag frei. Daraufhin entließ Israel knapp 2.000 palästinensische Häftlinge und Gefangene, darunter 250 wegen tödlicher Attentate Verurteilte. Verfolgen Sie alle Entwicklungen im Gazakrieg in unserem Liveblog.