Datum01.07.2026 14:49
Quellewww.zeit.de
TLDREin Projekt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und der Staatsbibliothek zu Berlin, gefördert durch die DFG, macht ab sofort tausende historische Drucke und Handschriften aus evangelischen Kirchenbibliotheken in Sachsen-Anhalt online zugänglich. Über 23.000 Werke zwischen Mittelalter und 19. Jahrhundert werden katalogisiert, rund 5.000 davon digitalisiert. Ziel ist die Sicherung und Vermittlung des reformatorischen Erbes für Forschung und Öffentlichkeit.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Religion“. Lesen Sie jetzt „Projekt macht Schätze evangelischer Bibliotheken öffentlich“. Tausende historische Bücher und Handschriften aus evangelischen Kirchenbibliotheken in Sachsen-Anhalt sollen in den kommenden drei Jahren online zugänglich gemacht werden. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) startet nach eigenen Angaben dafür gemeinsam mit der Staatsbibliothek zu Berlin ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Projekt. Insgesamt sollen mehr als 23.000 historische Drucke und Handschriften aus 17 Pfarrbibliotheken zwischen Salzwedel und Zeitz katalogisiert werden. Rund 5.000 besonders seltene oder bislang nicht digital verfügbare Werke sollen anschließend digitalisiert werden. Ziel ist es, die oft wenig bekannten Bestände aus der Zeit vom späten Mittelalter bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts für Forschung und Öffentlichkeit leichter zugänglich zu machen. Zu den besonderen Stücken gehören nach Angaben der EKM mittelalterliche Handschriften, Wiegendrucke, Flugblätter, Leichenpredigten, Noten und frühe Zeitungen. Die Bibliothek von St. Michaelis in Zeitz besitzt zudem eines von weltweit nur drei erhaltenen Exemplaren des Plakatdrucks der 95 Thesen Martin Luthers von 1517. Der Präsident des Landeskirchenamtes, Jan Lemke, betonte die Bedeutung der historischen Buchbestände: "Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland ist Kernland der Reformation." Kooperationsprojekte wie dieses könnten dazu beitragen, die schriftliche Überlieferung zu sichern und einer zunehmend säkularen Gesellschaft nahezubringen. Der Generaldirektor der Staatsbibliothek zu Berlin, Achim Bonte, sagte: "Dieses Projekt verbindet die Bewahrung kulturellen Erbes mit dessen zeitgemäßer Zugänglichkeit." Wertvolle Quellen aus Mitteldeutschland würden dadurch digital verfügbar und zugleich in ihrer Herkunftsregion neu erfahrbar. Für das auf drei Jahre angelegte Projekt stellt die DFG knapp 1,3 Millionen Euro bereit. Koordiniert wird es vom Archiv und der Bibliothek der EKM in Magdeburg. © dpa-infocom, dpa:260701-930-316496/1