Befragung von Unternehmen: Deutsche Unternehmen halten sich bei Investitionen zurück

Datum01.07.2026 11:42

Quellewww.zeit.de

TLDRObwohl 92% der deutschen Unternehmen einen Investitionsbedarf sehen, wollen nur 61% in den kommenden zwölf Monaten Projekte umsetzen. IT-Investitionen werden am häufigsten genannt. Die Investitionsquote liegt unter dem Krisenjahr 2009. Schuld sind die angespannte Wirtschaftslage, ein erschwerter Kreditzugang, besonders für kleinere Firmen, und Nachfragerückgänge. KfW-Chef Wintels fordert weniger Bürokratie, mehr Planungssicherheit und verlässlichere Finanzierungen zur Ankurbelung der Investitionen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Befragung von Unternehmen“. Lesen Sie jetzt „Deutsche Unternehmen halten sich bei Investitionen zurück“. Trotz eines hohen Bedarfs halten sich deutsche Unternehmen bei Investitionen zurück. In einer aktuellen Befragung der staatlichen KfW-Bank gaben 92 Prozent der Firmen an, grundsätzlich investieren zu müssen. Aber nur 61 Prozent wollen in den kommenden zwölf Monaten tatsächlich Projekte umsetzen. An erster Stelle des Bedarfs nannten 53 Prozent der 1.567 Teilnehmer Investitionen in die Informationstechnologie. Rückblickend berichteten nur noch 57 Prozent von Investitionen in den vergangenen zwölf Monaten. Dieser Wert lag noch unter dem Tiefstwert aus dem Krisenjahr 2009, als noch 68 Prozent investierten.  Gründe für die Zurückhaltung sind die angespannte wirtschaftliche Lage der Unternehmen und der zunehmend schwierige Zugang zu Finanzierungen. Vor allem kleinere Firmen klagen, schwerer an Kredite zu kommen. Der Anteil der Unternehmen, die die Aufnahme eines Kredits als leicht einschätzen, lag bei 24 Prozent - acht Prozentpunkte weniger als bei der vorangegangenen Untersuchung aus dem Jahr 2024. Etwa 26 Prozent schätzen die Aufnahme eines Kredits als schwierig ein.  Zugleich beschreiben viele Unternehmen ihre wirtschaftliche Lage als angespannt. 46 Prozent berichten in der Befragung von Nachfragerückgängen in den zurückliegenden zwölf Monaten, 40 Prozent erwarten weitere Einbußen. KfW-Chef Stefan Wintels erklärt: "Deutschland steht vor einer großen Investitionsaufgabe - staatlich wie privat. Unsere Unternehmen wissen dabei sehr genau, wo sie investieren müssen - in Digitalisierung, Dekarbonisierung, Innovation. Doch zu viele Projekte bleiben seit Jahren in der Warteschleife". Eine neue Dynamik könne erreicht werden mit weniger Bürokratie, stärkerer Planungssicherheit, qualifizierter Einwanderung und verlässlich verfügbaren Finanzierungen. © dpa-infocom, dpa:260701-930-315138/1