Datum01.07.2026 10:41
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Deutschland bleiben Söhne mit 25 Jahren deutlich länger im Elternhaus als Töchter. 36% der 25-jährigen Männer wohnen noch zu Hause, im Gegensatz zu 23% der Frauen. Die meisten Nesthocker sind bereits vollzeitbeschäftigt. Das Durchschnittsalter für den Auszug ist 24,1 Jahre und liegt damit unter dem EU-Schnitt. Geschlechterunterschiede beim Auszugsalter sind europaweit verbreitet.
InhaltIm Alter von 25 Jahren wohnt in Deutschland noch mehr als ein Drittel der Söhne bei den Eltern – bei den Töchtern ist es nicht mal jede Vierte. Der Großteil der Nesthocker arbeitet bereits in Vollzeit. Sie lassen sich noch etwas Zeit mit ihrem Auszug: Etwa 30 Prozent der 25-Jährigen in Deutschland haben im vergangenen Jahr noch bei ihren Eltern gewohnt. Damit sei der Anteil etwas höher gewesen als in den Jahren davor, als der Wert konstant bei 28 Prozent gelegen habe, teilte das Statistische Bundesamt mit . Söhne leben demnach deutlich länger zu Hause als Töchter. Bei den Männern waren 36 Prozent mit 25 Jahren noch nicht ausgezogen, bei den Frauen waren es nur 23 Prozent. Dieser Geschlechtsunterschied bleibt auch bei Älteren bestehen: Mit 30 Jahren wohnten laut Statistikamt noch 13 Prozent der Söhne im Elternhaushalt, aber nur 7 Prozent der Töchter. Mit 40 Jahren sank dieser Anteil demnach auf 5 Prozent bei den Männern und 2 Prozent bei den Frauen. Etwa drei Viertel der im Elternhaus lebenden 25- bis 34-Jährigen waren laut Statistik erwerbstätig. 80 Prozent davon arbeiteten 2025 in Vollzeit. Im Schnitt sind die Menschen in Deutschland im vergangenen Jahr mit 24,1 Jahren aus dem Elternhaus ausgezogen, wie das Amt mit Verweis auf Berechnungen der EU-Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Damit lag das Durchschnittsalter beim Auszug deutlich unter dem EU-Schnitt – der lag demnach bei 26,3 Jahren. Das durchschnittliche Auszugsalter bezeichnet laut Statistischem Bundesamt das Alter, in dem 50 Prozent der Bevölkerung nicht mehr in einem Haushalt mit ihren Eltern leben. Früher als in Deutschland werden junge Menschen dagegen in nordeuropäischen Ländern flügge. Dem Statistischen Bundesamt zufolge war das durchschnittliche Alter in Finnland mit 21,3 Jahren am niedrigsten. Im Gegensatz dazu ist das durchschnittliche Auszugsalter in den süd- und osteuropäischen Ländern höher, mit 31,5 Jahren war Kroatien Spitzenreiter. Zu den Gründen für das Altersgefälle zwischen den Ländern machten die Statistikbehörden keine Angaben. Der Geschlechterunterschied ist fast überall in der EU zu beobachten. Im EU-Durchschnitt lag das Auszugsalter der Frauen bei 25,5 Jahren und der Männer bei 27,2 Jahren. Demnach zogen überall in der EU – mit Ausnahme Maltas – Töchter durchschnittlich früher aus als Söhne.