Datum01.07.2026 08:31
Quellewww.spiegel.de
TLDRRussland greift gezielt Tankstellen in der Ukraine an, mutmaßlich als Vergeltung für ukrainische Attacken auf russische Raffinerien, die eine Benzinkrise in Russland ausgelöst haben. Über Nacht trafen russische Angriffe fünf Tankstellen im Gebiet Dnipropetrowsk, was zu Bränden, einem Todesopfer und drei Verletzten führte. Auch im Gebiet Sumy gab es ähnliche Angriffe. Diese Vorfälle scheinen eine Reaktion auf die zunehmende Treibstoffknappheit in Russland zu sein. Am selben Morgen griff die Ukraine die russische Stadt Pensa an, mit Berichten über Angriffe auf Rüstungsbetriebe.
InhaltMit gezielten Angriffen auf Raffinerien hat die Ukraine eine Benzinkrise in Russland ausgelöst. Nun scheint sich der Kreml an einer Antwort zu versuchen. Zuletzt hatte die Ukraine auf die Energieversorgung der Krim-Halbinsel gezielt. Nun revanchiert sich Moskau mit ähnlich gezielten Angriffen: Russische Luftangriffe haben im ukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk über Nacht fünf Tankstellen getroffen. Mehrere Brände seien ausgebrochen, teilte der Gouverneur des Gebiets, Olexander Hanscha, auf Telegram mit. Eine Frau sei getötet worden, außerdem gebe es drei Verletzte. In der Nacht zuvor waren Angriffe auf Tankstellen aus dem nördlichen Gebiet Sumy gemeldet worden. Der ukrainische Branchendienst Naftorynok hat seit April bereits mehr als 140 solcher Attacken gezählt. Sie wirken wie eine Antwort auf die zunehmende Treibstoffkrise in Russland – zunächst auf der besetzten Krim, dann auch in vielen anderen Regionen. Im Land des Angreifers ist Benzin knapp geworden wegen ukrainischer Treffer auf Raffinerien und Versorgungswege. Russland, ein Großexporteur von Öl, führt deshalb nach Kreml-Angaben Gespräche über mögliche Treibstoffimporte. Ihrerseits griffen die ukrainischen Streitkräfte in den Morgenstunden die russische Stadt Pensa an. Sie liegt südöstlich von Moskau und etwa 550 Kilometer von der Ukraine entfernt. Die Gebietsverwaltung bestätigte einen Angriff, äußerte sich aber nicht zu Schäden. Augenzeugen berichteten in sozialen Medien von Rauchsäulen über einem oder mehreren Rüstungsbetrieben. Als Zielorte wurden eine Kugellagerfabrik und ein Institut für Elektromechanik genannt, das Navigationshilfen für Flugzeuge und Raketen entwickelt. Offizielle Bestätigungen gab es nicht. Russland hat vor mehr als vier Jahren in einem völkerrechtswidrigen Angriff seinen Nachbar Ukraine überfallen. Seither setzt sich Kyjiw gegen den Aggressor zur Wehr, auch dank westlicher Waffenlieferungen. Bemühungen um Friedensgespräche scheitern immer wieder, Kremlchef Wladimir Putin lehnt direkte Gesprächsangebote ab.