Giffey macht Vorschläge zu Berlins Müllproblem

Datum01.07.2026 08:04

Quellewww.spiegel.de

TLDRBerlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey schlägt eine jährliche kostenlose Sperrmüllabholung und mehr Nassreinigung von Straßen vor, um das Müllproblem in der Hauptstadt anzugehen. Sie wehrt sich gegen pauschale Kritik und betont, dass Berlin nicht generell im Müll versinkt. Die Sauberkeit ist auch Thema im Wahlkampf für die anstehende Abgeordnetenhauswahl. Die Linken fordern ebenfalls mehr Kieztage für Sperrmüll und mehr Straßenreinigung in betroffenen Stadtteilen.

Inhalt"Den Kotti kriegst du an manchen Stellen nicht mehr gefegt": Berlins Wirtschaftssenatorin Giffey will das Müllthema in der Hauptstadt angehen. Zugleich wehrt sie sich gegen einen Abgesang auf Berlin. Dreck ist in Deutschlands Hauptstadt auf den Straßen allgegenwärtig. Längst ist der Kampf gegen den Müll zum Wahlkampfthema für die anstehende Abgeordnetenhauswahl im Herbst geworden. Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) hat mit Blick auf das Müllproblem nun eine kostenlose Sperrmüllabholung ins Spiel gebracht – einmal pro Jahr und pro Haushalt. "Jeder Berliner kann das heute schon einmal im Jahr bei der BSR anmelden, aber eben nicht kostenfrei", sagte sie dem "Tagesspiegel". "Dann kommt ein Team und holt das Zeug ab." Gut fände sie zudem, wenn die Berliner Stadtreinigung (BSR) mehr Orte in der Stadt "nasskärchern" könnte, also mit einem Wasserhochdruckreiniger saubermachen. "Den Kotti kriegst du an manchen Stellen nicht mehr gefegt", sagte sie. "Oder die Frankfurter Allee von der Ringbahn runter am Ringcenter entlang. Das werden wir mit der BSR besprechen." Für solche Maßnahmen brauche es gleichwohl personelle Ressourcen und auch Geld. Abgesänge auf die Hauptstadt, die immer wieder auch das Müllthema betonen, hält die Wirtschaftssenatorin zugleich für verkürzt. "Wir haben definitiv Ecken, an denen es größere Probleme gibt, aber es ist ja nicht so, dass die Stadt generell im Müll versinkt." Daraus lasse sich nicht ableiten, dass in Berlin alles schlecht sei. Auch Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp hatte unlängst die Sauberkeit in der Hauptstadt zum Thema gemacht. Das Müllthema, so drückt es Eralp aus, sei eine soziale Frage. "Denn wer keine Dachterrasse hat, sitzt im Park. Wer keinen Garten hat, lebt im Kiez." Sie fordert mehr Kieztage für Sperrmüll, mehr Mülleimer und mehr Straßenreinigung in Stadtteilen, die besonders von Verschmutzung betroffen sind. In Berlin wird am 20. September gewählt. Die SPD regiert derzeit an der Seite der CDU, die mit Kai Wegner den Regierenden Bürgermeister stellt. In den Umfragen liegt die CDU knapp vor der AfD und den Linken.