Datum01.07.2026 07:50
Quellewww.spiegel.de
TLDRSüdkorea und die Ukraine sprechen über zwei nordkoreanische Kriegsgefangene, die im Ukraine-Konflikt auf russischer Seite kämpften. Die Soldaten möchten nicht nach Nordkorea zurückkehren, da ihnen dort Strafen drohen. Südkorea bemüht sich um ihre Aufnahme. Menschenrechtsorganisationen äußern Bedenken bezüglich des Schicksals der Gefangenen.
InhaltNordkorea unterstützt Russland im Angriff auf die Ukraine – und hat schon Tausende Soldaten verloren. Nun wird Südkorea in den Konflikt gezogen: Zwei von der Ukraine gefangene Soldaten wollen nicht in die Kim-Diktatur zurück. Russland lässt in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine auch nordkoreanische Soldaten aufmarschieren. Die Diktatur in Pjöngjang unterstützt Moskau in einer militärischen Partnerschaft. Allerdings gerieten zwei nordkoreanische Soldaten in ukrainische Kriegsgefangenschaft – und könnten nun ausgerechnet zu neuen Spannungen zwischen Nord- und Südkorea führen. So haben die Außenminister Südkoreas und der Ukraine nach südkoreanischen Angaben "konstruktive" Gespräche über das Schicksal der beiden nordkoreanischen Soldaten geführt. Der südkoreanische Außenminister Cho Hyun und sein ukrainischer Amtskollege Andrij Sybiha hätten das Thema bei einem Treffen in Seoul erörtert, teilte ein Sprecher des südkoreanischen Außenministeriums am Dienstag mit. Die Soldaten waren im Januar vergangenen Jahres von ukrainischen Streitkräften gefangen genommen worden, als sie in der Region Kursk auf russischer Seite kämpften. Nordkorea und Russland fordern die Rückführung der beiden Kriegsgefangenen in ihr Heimatland. Menschenrechtsorganisationen warnen jedoch, dass ihnen bei einer Rückkehr nach Pjöngjang schwere Strafen drohen könnten. Die Soldaten selbst hatten darum gebeten, nach Südkorea gebracht zu werden. Seoul bemüht sich darum, sie ins Land zu holen. Während Kämpfen gegen ukrainische Truppen in der russischen Grenzregion Kursk wurden nach Einschätzung des ukrainischen Militärgeheimdienstes in den Jahren 2024 und 2025 mehr als 7000 nordkoreanische Soldaten getötet oder verletzt. Berichten zufolge hatten die nordkoreanischen Behörden den Soldaten Order erteilt, im Notfall Suizid zu begehen, um einer Gefangennahme zu entgehen. Im April hatte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un im Ukrainekrieg getötete nordkoreanische Soldaten dafür gepriesen, dass sie "ohne Zögern an todesverachtenden Mann-gegen-Mann-Kämpfen und heroischen Suizid-Explosionen" teilgenommen hätten.