Datum01.07.2026 07:24
Quellewww.spiegel.de
TLDRMinisterpräsident Daniel Günther lobt die schwarz-grüne Koalition in Schleswig-Holstein als sehr erfolgreich und vertrauensvoll. Er betont, dass die Zusammenarbeit gut funktioniere und bis zum Ende der Legislaturperiode fortgesetzt werde. Für die Wahl 2027 hält er sich jedoch alle Koalitionsoptionen offen. Günther sieht Chancen für die CDU, sich auf Klima- und Umweltschutz zu konzentrieren, während die Grünen andere Themen hervorheben. Das Land schreitet zudem bei der Digitalisierung mit Open-Source-Lösungen voran.
Inhalt"Vertrauensvoll", "erfolgreich", "ausgesprochen gut": CDU-Ministerpräsident Günther hat für die Grünen nur Lob übrig. Für den Wahlkampf 2027 will er dem Koalitionspartner dennoch bei einem Herzensthema ausbooten. Im Bund ist eine Koalition aus der Union und den Grünen derzeit undenkbar. In Schleswig-Holstein hingegen funktioniert Schwarz-Grün schon länger gut – sehr zur Freude von Ministerpräsident Daniel Günther. "Ich mache keinen Hehl daraus, dass die Zusammenarbeit mit den Grünen in der Regierung ausgesprochen gut ist", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. "Wir werden in dieser Koalition bis zum Schluss vertrauensvoll und erfolgreich für die Menschen zusammenarbeiten." Zugleich betonte Günther, sich nach der Landtagswahl im April alle Koalitionsoptionen offenhalten zu wollen. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir uns den Partner wie beim letzten Mal aussuchen können. Das muss das Ziel sein", sagte der CDU-Politiker. "Und manchmal bin ich ja auch für Überraschungen gut, wie bei der letzten Landtagswahl. Damals habe ich mich ja dafür entschieden, mit drei Parteien weiterarbeiten zu wollen, weil das ein erfolgreiches Bündnis war." Er habe jedoch zur Kenntnis nehmen müsse, dass beide Koalitionspartner dies nicht wollten, sagte Günther. Bei der Landtagswahl 2022 erreichte die Union 43,4 Prozent und verfehlte damit nur um ein Mandat die Mehrheit der Sitze im Parlament. Dennoch wollte Günther seine damalige Koalition mit Grünen und FDP fortsetzen. Letztlich kam es zu Schwarz-Grün. Bei der anstehenden Landtagswahl 2027 kämpfe aber natürlich jeder Koalitionspartner für sich, sagte Günther. "Monika Heinold wollte mich als Ministerpräsident ablösen. Heute will es Aminata Touré." Die frühere Finanzministerin Heinold war 2022 Grünen-Spitzenkandidatin, im Juni nominierte ein Grünenparteitag Sozialministerin Touré als Spitzenkandidatin. "Das ist das normale Geschäft, ich möchte natürlich weitermachen. Aber jeder kämpft für sich", sagte Günther. Er geht davon aus, dass ich Touré sehr stark auf Themen wie Antidiskriminierung und Antirassismus fokussiert. "Das gibt uns als CDU die Möglichkeit, uns in diesem Wahlkampf positiv zu den Themen Schutz von Klima und Umwelt und Bewahrung der Schöpfung zu positionieren." Sein Land sieht der Regierungschef auf einem guten Weg und verweist auf Energiewende, Sicherheitspolitik und digitale Souveränität. Die Verwaltung wird schrittweise auf Open-Source-Lösungen umgestellt. So begann das nördlichste Bundesland bereits 2024 mit der Einführung von LibreOffice als Standard-Bürosoftware, und Anfang Oktober 2025 wurde das Mailsystem der Landesverwaltung vollständig umgestellt. Bei Open-Source-Lösungen ist der Quellcode öffentlich und kann den individuellen Bedürfnissen angepasst werden.