Femizide: 50.000 Frauen und Mädchen laut UN von Partner oder in Familie getötet

Datum25.11.2025 03:55

Quellewww.zeit.de

TLDRLaut UN-Daten wurden im vergangenen Jahr weltweit 50.000 Frauen und Mädchen von Partnern oder Familienangehörigen getötet, was fast alle zehn Minuten einen Femizid bedeutet. Dies betrifft 60 Prozent aller Tötungsfälle an Frauen, während nur 11 Prozent bei Männern auf diese Weise starben. In Deutschland wurden 308 Frauen und Mädchen getötet, 191 davon durch nahe Angehörige. Trotz leichter Rückgänge in Tötungsdelikten steigen andere Formen von Gewalt gegen Frauen. UN Women fordert stärkere Maßnahmen zur Prävention und Täterverantwortung.

InhaltFast alle zehn Minuten wird eine Frau oder ein Mädchen von einem ihr nahestehenden Menschen umgebracht. Das zeigen Daten der Vereinten Nationen aus 117 Ländern. Laut Daten der Vereinten Nationen sind vergangenes Jahr 50.000 Frauen und Mädchen von ihrem Partner oder einem Familienangehörigen getötet worden. Fast alle zehn Minuten werde damit eine Frau oder ein Mädchen von einem ihr nahestehenden Menschen getötet. Das teilten das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung sowie die Frauenorganisation UN Women am Dienstag zum Internationalen Tag für ein Ende der Gewalt gegen Frauen veröffentlicht. Die Zahlen basieren den Angaben zufolge auf Daten aus 117 Ländern. Durchschnittlich starben demnach 137 Frauen pro Tag an der Gewalt von Partnern oder Familienmitgliedern.  Insgesamt wurden 2024 den Angaben zufolge 83.000 Frauen und Mädchen vorsätzlich getötet. In 60 Prozent der Fälle seien Partner oder Familienangehörige die Täter gewesen. Im Gegensatz dazu seien nur elf Prozent der Tötungsdelikte an Männern von Intimpartnern oder Familienangehörigen begangen worden. Die Gesamtzahl liegt etwas unter der aus dem Jahr 2023. Dies deutet jedoch laut dem Bericht nicht auf einen tatsächlichen Rückgang hin. Grund seien vielmehr Unterschiede in der Datenverfügbarkeit. Die verfügbaren Daten zu Femiziden, also zu Morden an Frauen aufgrund ihres Geschlechts, sind laut UN Women begrenzt.  Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen findet jedes Jahr am 25. November statt.  In Deutschland sind laut Innenministerium im vergangenen Jahr 308 Frauen und Mädchen gewaltsam getötet worden, 191 davon durch Partner, Expartner oder andere Familienmitglieder. Während die Zahl der Tötungsdelikte leicht zurückging, stiegen die Zahlen bei Sexualstraftaten, häuslicher Gewalt, digitaler Gewalt und Menschenhandel. Femizide seien oft Teil eines "Kontinuums von Gewalt", sagte Sarah Hendriks, Direktorin der Politikabteilung von UN Women. Es beginne mit Kontrolle, Drohungen und Belästigungen, auch online. Jede Frau und jedes Mädchen habe das Recht, in allen Bereichen ihres Lebens sicher zu sein. Die Staaten müssten mehr tun, um die Morde zu verhindern und Täter zur Rechenschaft ziehen.