Donald Trump setzt außerplanmäßigen Parteitag der Republikaner vor Midterms an um sich feiern zu lassen

Datum01.07.2026 02:58

Quellewww.spiegel.de

TLDRDonald Trump setzt zwei Monate vor den Kongress-Zwischenwahlen einen außerplanmäßigen republikanischen Parteitag in Dallas an. Ziel ist es, die eigenen Verdienste zu feiern, um den schwächelnden Umfragewerten der Partei entgegenzuwirken. Die Veranstaltung, die in der Regel nur vor Präsidentschaftswahlen stattfindet, unterstreicht die angespannte Lage für die Republikaner. Ein aktuelles Urteil des Supreme Courts zur Wahlkampffinanzierung könnte den Republikanern jedoch zugutekommen.

InhaltBei den Zwischenwahlen im Herbst droht den Republikanern ein Debakel. Um dem vorzubeugen, trommelt Donald Trump seine Leute zusammen. Bei dem Parteitag in Texas soll vor allem einer im Mittelpunkt stehen: der US-Präsident selbst. Eigentlich finden große Parteitage in den USA nur alle vier Jahre vor der Präsidentschaftswahl statt. Doch nun will Donald Trump mit seinen Republikanern ein solches Treffen auch vor den im November anstehenden Kongress-Zwischenwahlen abhalten. Die Veranstaltung werde im September in Dallas (Trump: "einer meiner Lieblingsorte") stattfinden, verkündete der US-Präsident am Dienstag. "Es wird fantastisch! So etwas hat es noch nie gegeben, und es wird ein wahrhaft historisches Ereignis sein." Auf dem Parteitag will Trump zwei Monate vor den für ihn äußerst wichtigen Zwischenwahlen im November offenbar seine eigenen Verdienste würdigen und dem Wahlkampf seiner in Umfragen schwächelnden Republikaner neuen Schwung geben. "Dallas wird am 9. und 10. September im Mittelpunkt stehen, wenn wir unsere Nation, unsere Errungenschaften und unsere glänzende Zukunft feiern", schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social . Dann listete er die tatsächlichen (und angeblichen) Erfolge seiner bisherigen zweiten Amtszeit auf. Die Ansetzung eines Parteitages vor den Zwischenwahlen ist ein ungewöhnlicher Schritt: Solche Veranstaltungen finden normalerweise nur alle vier Jahre vor den Präsidentschaftswahlen statt. Diese stehen in den USA erst 2028 wieder an. Es zeigt, wie ernst die Lage für die konservative Partei ist. Bei den sogenannten Midterms am 3. November stehen alle Sitze im Repräsentantenhaus und ein Drittel der Sitze im Senat zur Wahl. Derzeit verfügen Trumps Republikaner in beiden Kongresskammern über eine knappe Mehrheit. In Umfragen verloren sie zuletzt jedoch dramatisch an Zustimmung. Die Demokraten hoffen, bei den Wahlen zumindest in einer der beiden Parlamentskammern die Mehrheit zu erringen. Dies würde Trump das Regieren deutlich erschweren. Allerdings hoffen die Republikaner, von einem am Dienstag verkündeten Urteil des Obersten Gerichtshofes der USA profitieren zu können. Der Supreme Court kippte Regeln zur Begrenzung der Wahlkampffinanzierung durch Parteien. Unter anderem der heutige Vizepräsident JD Vance hatte gegen die seit Jahrzehnten bestehenden Vorgaben geklagt. Allgemein wird erwartet, dass die Aufhebung der Begrenzungsregeln eher den Republikanern zugute kommt. Die Wahl des Veranstaltungsortes ist natürlich kein Zufall. In Texas zeichnet sich ein spannendes Rennen um einen Sitz im Senat ab. James Talarico von den Demokraten fordert dabei Ken Paxton heraus, der von Trump unterstützt wird (mehr hier  in der Reportage). Die Tatsache, dass Texas überhaupt umkämpft ist, zeigt die Notlage der Republikaner. Erst sagen die Musik-Acts ab, dann bleiben die Menschen fern: Die große Schau zum 250. Geburtstag der USA macht nicht mal Trump-nahen Medien Freude. Die Amerikaner feiern anderswo. Und der US-Präsident? Schmollt.