Deutschland gegen Paraguay: Fifa verteidigt Aberkennung des deutschen Tors gegen Paraguay

Datum01.07.2026 02:47

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Fifa-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina verteidigt die Aberkennung des deutschen Tores gegen Paraguay. Er begründet die Entscheidung mit einem Foul von Waldemar Anton, der den gegnerischen Torwart blockiert habe, um dessen Verteidigung zu behindern. Diese taktische Behinderung, auch bei minimaler Bewegung, sei von den Schiedsrichtern zu sanktionieren. Die Entscheidung löste in Deutschland starke Kritik aus, während andere Stimmen sie als korrekt bewerten.

InhaltDas zurückgenommene Tor von Jonathan Tah im Sechszehntelfinale gegen Paraguay hat breite Kritik ausgelöst. Der Fifa-Schiedsrichterchef hält die Entscheidung für richtig. Fifa-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina hat die umstrittene Entscheidung zum annullierten deutschen Tor im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay verteidigt. "Trainer und Spieler wurden informiert, daher sollte es niemanden überraschen, dass die Schiedsrichter diese Fouls ahnden werden", wird Collina in einem Beitrag des Weltverbands zitiert. Jonathan Tah hatte in der Verlängerung bei 1:1 zur Führung per Kopf getroffen (102.). Nach einem Hinweis der Videoassistentin Tatiana Guzman schaute sich Schiedsrichter Jalal Jayed die Szene noch einmal an und wertete ein Blocken von Waldemar Anton gegen den gegnerischen Torhüter Orlando Gill als Foul. Das DFB-Team schied anschließend durch das 3:4 im Elfmeterschießen aus. Grundsätzlich sei es zwar erlaubt, Positionen einzunehmen. Die Schiedsrichter sollten jedoch eingreifen, "wenn ein Angreifer kein Interesse am Ball hat und sich absichtlich, selbst minimal, bewegt, um die Verteidigung des Gegners zu behindern", sagte Collina. "Dies gilt insbesondere dann, wenn die Taktik darauf abzielt, den gegnerischen Torwart am Verteidigen des Tores zu hindern." Den Schiedsrichtern sei außerdem empfohlen worden, besonderes Augenmerk auf bestimmte Situationen zu legen, die "im Zusammenhang mit den taktischen Vorgehensweisen einzelner Mannschaften auftreten können", schrieb Collina. "Ein Beispiel hierfür ist, wenn angreifende Spieler versuchen, verteidigende Spieler an ihrer Bewegung zu hindern." Collina nannte Anton in seinen Ausführungen nicht beim Namen, der Beitrag auf der Fifa-Homepage endete aber mit einem großen Foto von genau dieser strittigen Szene. Der Körperkontakt des DFB-Verteidigers mit Gill wird dabei grafisch hervorgehoben. Die Entscheidung war in Deutschland kritisiert worden. Sie sei "absolut nicht nachvollziehbar", sagte der frühere Referee Thorsten Kinhöfer im ZDF. "Das ist nicht nur ein Skandal, das ist ein Vollskandal!", sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann. Eine andere Meinung äußerte der frühere Schiedsrichter Mark Clattenburg. "Das ist ein klares Foul für mich", sagte er beim US-Sender Fox Sports. Verfolgen Sie alle Entwicklungen zur Fußball-WM in unserem Liveblog.