Vor Parteitag in Thüringen: GdP warnt vor Mangel an Einsatzkräften beim AfD-Parteitag

Datum01.07.2026 01:00

Quellewww.zeit.de

TLDRDie GdP warnt vor einem Mangel an Einsatzkräften für den AfD-Parteitag in Erfurt am 4./5. Juli. Tausende Beamte werden benötigt, aber Bundesländer könnten Kräfte kurzfristig abziehen. Zahlreiche Proteste sind angemeldet, teils mit Gewaltpotenzial. Die Polizei erwartet bis zu 50.000 Demonstrierende. Der gewählte Termin, 100 Jahre nach einem NSDAP-Parteitag, könnte die Feindseligkeit verschärfen und zu Eskalationen führen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Vor Parteitag in Thüringen“. Lesen Sie jetzt „GdP warnt vor Mangel an Einsatzkräften beim AfD-Parteitag“. Angesichts erwarteter Proteste beim Bundesparteitag der AfD zeigt sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) besorgt über einen möglichen Mangel an Einsatzkräften. Mehrere Tausend Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte aus ganz Deutschland sollen dabei in Erfurt im Einsatz sein, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Jochen Kopelke den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Dennoch bleibt für die Einsatzleitung in Thüringen ein Restrisiko: Einzelne Bundesländer könnten einen Teil der zugesagten Kräfte wegen eigener Einsatzlagen kurzfristig doch im Land behalten." Die AfD trifft sich am 4. und 5. Juli in der thüringischen Landeshauptstadt zu ihrem Bundesparteitag. Die Linke, Gewerkschaften, die Grünen und andere haben zu Protesten aufgerufen. Insgesamt seien bisher etwa 30 Demonstrationen und Kundgebungen gegen den Parteitag angemeldet - die größte vom DGB und anderen Organisationen auf dem Erfurter Messegelände und damit in Parteitagsnähe, sagte eine Stadtsprecherin am Dienstag auf Anfrage. "Meine Sorge ist, dass die Polizei für den AfD-Parteitag am Ende nicht genügend Kräfte auf die Straße bekommt", sagte Kopelke. Schon bei vergangenen Großereignissen hatte sich ihm zufolge ein Mangel an Einsatzreserven gezeigt. Gerade die Bereitschaftspolizei sei seit der Corona-Pandemie deutlich stärker belastet, weil es "mehr Demonstrationen und mehr Eskalationen" gebe. "Gleichzeitig führen permanente 18-Stunden-Einsätze langfristig zu mehr Krankmeldungen." Laut Kopelke geht die Polizei in Thüringen von bis zu 50.000 Protestierenden in Erfurt aus, darunter 2.000 bis 2.500 Gewaltbereite. Viele Demonstrierende würden sich als "letzte Bastion gegen den Aufstieg der extremen Rechten in Deutschland" sehen, sagte er. Dass der von der AfD gewählte Termin zudem genau 100 Jahre nach dem NSDAP-Reichsparteitag liege, der 1926 in Weimar stattfand, steigere "Wut und Entschlossenheit" der AfD-Gegner. "Das lässt eine Eskalation der Proteste befürchten." © dpa-infocom, dpa:260630-930-312891/1