USA verhängen Sanktionen gegen mutmaßliche Benzinschmuggler in Mexiko

Datum01.07.2026 00:49

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie USA haben Sanktionen gegen einen mutmaßlichen Benzinschmugglerring verhängt, der mit dem mexikanischen Kartell Jalisco Nueva Generación in Verbindung steht. Dies soll grenzübergreifenden Schmuggel von Kraftstoffen, gefälschte Papiere und Briefkastenfirmen umfassen, um Steuern zu umgehen und Millionen an Gewinnen zu erzielen. Die Sanktionen richten sich gegen zwei Personen und neun Unternehmen und unterstreichen die Ausweitung der Kartellaktivitäten über den Drogenhandel hinaus.

InhaltMexikanische Drogenkartelle verdienen viel Geld mit dem Schmuggel von Benzin und Diesel zwischen Mexiko und den USA – in beide Richtungen. Nun reagiert Washington. Das US-Finanzministerium hat Sanktionen gegen einen Ring mutmaßlicher Benzinschmuggler verhängt, der mit dem einflussreichen Drogenkartell Jalisco Nueva Generación im benachbarten Mexiko in Verbindung gebracht wird. Die neuen Sanktionen richteten sich gegen zwei mexikanische Staatsangehörige und neun Unternehmen, teilte das US-Finanzministerium am Dienstag mit. Sie sollen demnach an einem systematischen Diebstahl von Kraftstoffen beteiligt sein. Den Angaben zufolge umfasst das System den grenzübergreifenden Schmuggel zwischen den USA und Mexiko, gefälschte Zollpapiere und Briefkastenfirmen. Das Kartell vermeide damit Steuerzahlungen und erziele jedes Jahr Gewinne in Millionenhöhe. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, die neuen Sanktionen zeigten, in welchem Ausmaß mexikanische Kartelle ihre Geschäfte jenseits des traditionellen Drogenhandels ausweiteten, "um Einnahmen für ihre kriminellen Organisationen zu erzielen, die weiter mit tödlichen Drogen handeln, an denen Amerikaner sterben." Geschmuggelter oder gepanschter Sprit ist in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Einnahmequelle für Drogenkartelle geworden. Dabei werden Kraftstoffe oder Rohöl, die von dem staatlichen mexikanischen Ölkonzern gestohlen wurden, entweder auf dem heimischen Schwarzmarkt verkauft oder in die USA geschmuggelt. Der Diebstahl erfolgt unter anderem durch das Anzapfen von Pipelines, aus Raffinerien, der Entführung von Tanklastzügen oder Bestechung von Verantwortlichen und wird in Mexiko huachicol genannt. Den Kartellen wird zudem vorgeworfen, in den USA gekauften Treibstoff nach Mexiko zu schmuggeln und ihn unter Umgehung von Zöllen und Steuern mit großem Profit an mit ihnen in Verbindung stehende Tankstellen zu verkaufen. Das Benzin oder der Diesel werden bei der Einfuhr als Schmierstoffe deklariert, für die in Mexiko im Unterschied zu Treibstoffen nur geringe oder gar keine Steuern fällig werden. Die "Financial Times" hatte kürzlich eine Recherche veröffentlicht , welche die Routen zeigt, auf denen Treibstoffe unter Umgehung von Abgaben aus den USA nach Mexiko gelangen und dort mit hohen Gewinnen für die Kartelle weiterverkauft werden. Die USA haben unter Präsident Donald Trump den Kampf gegen lateinamerikanische Drogenbanden verschärft und mehrere Kartelle, darunter auch Jalisco Nueva Generación, als terroristische Organisationen eingestuft.