Datum30.06.2026 21:05
Quellewww.spiegel.de
TLDRKaufbeuren wird einer von drei Standorten für das Raketenabwehrsystem Arrow 3 in Deutschland. Das israelisch-amerikanische System kann ballistische Raketen bis über 100 Kilometer Höhe zerstören, was eine wichtige Fähigkeitslücke der Bundeswehr schließt. Bayerns Ministerpräsident Söder hob die strategische Bedeutung und die verbesserte Sicherheit hervor. Die Anlage in Kaufbeuren, ergänzt durch den geplanten Standort auf dem Fliegerhorst Lagerlechfeld, soll 2028 fertiggestellt sein und stärkt die deutsche Luftverteidigung angesichts globaler Bedrohungen.
InhaltEs soll feindliche Raketen in einer Höhe bis über 100 Kilometern zerstören können: An drei Standorten will die Bundeswehr das Raketenabwehrsystem Arrow 3 einsetzen. Einer davon wurde nun vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder enthüllt. Kaufbeuren wird einer von drei deutschen Standorten für das in Israel beschaffte Abwehrsystem Arrow 3 zur Abwehr ballistischer Raketen. Dies kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei einem Besuch im Technischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe in Kaufbeuren an. "Das Arrow-System gibt uns jetzt Sicherheit. Es schließt eine zentrale Fähigkeitslücke bei der Abwehr. Es geht um ein hochmodernes Raketenabwehrsystem. Dieser Standort ist einer von drei, die das gesamte deutsche System stützen und stärken", sagte er. Das Arrow-Verteidigungssystem soll feindliche Raketen in einer Höhe bis über 100 Kilometern zerstören können. Damit würde die Bundeswehr eine Fähigkeitslücke schließen. Arrow 3 wurde gemeinsam von Israel und den USA entwickelt und ist in Israel seit 2024 im Einsatz. "Mit der Verortung des Radarsensors Süd des Waffensystems Arrow im Großraum Kaufbeuren haben wir gemeinsam eine Entscheidung von strategischer Bedeutung getroffen", sagte Generalleutnant Holger Neumann. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine habe vor Augen geführt, dass militärische Bedrohungen wieder Realität geworden seien. "Der Krieg ist zurück in Europa. Gleichzeitig beobachten wir weltweit eine zunehmende Verbreitung und Weiterentwicklung ballistischer Raketen. Deutschland muss auf diese Entwicklung reagieren und das haben wir." Das neue System ermögliche eine frühzeitige Warnung, zudem handele es sich um ein rein defensives System. Im vergangenen Dezember hatte die Luftwaffe auf dem Truppenübungsplatz Annaburger Heide an der Landesgrenze von Sachsen-Anhalt und Brandenburg den ersten von drei geplanten Arrow-Standorten in Deutschland in Betrieb genommen. In Kaufbeuren wird das noch dauern: Die bauliche Fertigstellung der Anlage in der Nähe der Stadt ist für 2028 geplant. Den genauen Standort für die moderne Radaranlage nennt die Bundeswehr nicht, die Abfangraketen sollen auf dem unweit entfernten Fliegerhorst Lagerlechfeld stationiert werden. Ein dritter Standort wird sich in Schleswig-Holstein befinden. Söder betonte, dass mit dem Standort in Kaufbeuren die deutsche Sicherheit insgesamt deutlich verbessert werde: "Das ist dann der Iron Dome für Deutschland und das Land." Darüber hinaus werde auch die Region massiv von dem neuen Standort profitieren. Mehr als 80 Millionen Euro würden hier in den kommenden Jahren investiert. Lesen Sie hier , was Deutschlands neues Raketenabwehrsystem kann.