Datum30.06.2026 18:49
Quellewww.zeit.de
TLDRMinisterpräsident Olaf Lies hat bei einer Andacht in Stade den Angehörigen der sechs Todesopfer von Seongju sein tiefstes Mitgefühl ausgesprochen, darunter Mitarbeiter des Jugendamtes und einer Jugendhilfeeinrichtung. Er betonte, dass die sinnlose Gewalt das Leben brutal verändert habe. Diese Tat sei unerträglich und vereine das ganze Land in Trauer und Wut. Lies appellierte, an Liebe, Hoffnung und Gemeinschaft festzuhalten, da diese stärker seien als das Böse. Hintergrund der Tat sei vermutlich ein Sorgerechtsstreit.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Trauer in Stade“. Lesen Sie jetzt „Ministerpräsident Lies spricht Trost bei Andacht in Stade“. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hat bei einer Andacht in Stade sein Mitgefühl mit den Angehörigen der sechs Todesopfer ausgesprochen. "Uns allen ist sehr bewusst: Es wird viel Zeit brauchen, bis diese Wunde langsam heilen kann", sagte er am Dienstagabend in der St.-Wilhadi-Kirche der Hansestadt. Wenn das Unbeschreibliche, das Undenkbare passiere, bleibe die Zeit stehen. "Nichts ist mehr so, wie es gestern Morgen noch war", betonte er. Es sei dieser Gedanke, der ihn nicht loslasse, dass ein Tag beginne wie einer von vielen Sommertagen, und dann von einer Sekunde auf die nächste so sinnlose Gewalt brutal ins Leben eindringe. Besonders schmerzhaft sei der Gedanke, dass in der Jugendhilfeeinrichtung Menschen aus dem Leben gerissen wurden, die sich für ein gutes Miteinander einsetzten. "Es ist unerträglich, und es schmerzt uns alle: Sie hier in Stade, uns in Niedersachsen und weit darüber hinaus. Wir sind im ganzen Land vereint in der Trauer und auch in der Wut darüber, dass so etwas passieren kann." Drei Mitarbeiter des Jugendamtes der Region Hannover und drei einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade waren am Montagmittag durch Schüsse gestorben. Es handelt sich je um zwei Frauen und einen Mann, wie die Polizeidirektion Lüneburg bestätigte. Ein 45-Jähriger aus dem Raum Hannover soll die Sechs erschossen haben. Hintergrund ist nach Angaben der Polizei vermutlich ein Sorgerechtsstreit. Lies erinnerte an die Worte "Sei Mensch" der NS-Überlebenden Margot Friedländer. Das Böse dürfe niemals siegen - auch wenn es sich im Moment so anfühle: "Die Liebe, die Hoffnung und die Gemeinschaft sind immer stärker", betonte Lies. "Haben wir gemeinsam den Mut zu glauben, dass das Böse niemals über das Gute triumphiert." © dpa-infocom, dpa:260630-930-312011/1