Datum30.06.2026 17:00
Quellewww.spiegel.de
TLDRNeu-Delhi forciert den Umstieg auf Elektrofahrzeuge, um die hohe Umweltverschmutzung durch den Straßenverkehr zu reduzieren. Ab Januar 2027 sollen nur noch elektrische Rikschas und Transporter neu zugelassen werden, ab 2028 auch Elektro-Zweiräder. Käufer erhalten Zuschüsse für den Umstieg auf E-Tuk-Tuks und Elektro-Zweiräder. Neben Umweltschutz spielen auch sinkende Produktionskosten und Energieversorgungsbedenken eine Rolle beim Wandel.
InhaltTuk-Tuks gehören zu Neu-Delhi wie die roten Doppeldeckerbusse zu London. Dass die Region nun auf E-Antrieb umrüsten will, hängt nur zweitrangig mit Umweltschutz zusammen. Indiens Hauptstadt Neu-Delhi zählt zu den Städten mit der höchsten Umweltverschmutzung weltweit. Zum Smog tragen nicht nur Kraftwerke und Müllverbrennung bei, sondern auch der Straßenverkehr. Nun geht die Metropolregion Delhi dagegen vor, in den kommenden Jahren will sie den Umstieg auf Elektrofahrzeuge forcieren. Ab Mittwoch und bis Ende März 2030 zahlt die Verwaltung jedem einen Zuschuss von 30.000 Rupien (280 Euro), der sein Motorrad oder seinen Motorroller durch ein neues Zweirad mit E-Antrieb ersetzt. Käufer von dreirädrigen Fahrzeugen wie Tuk-Tuks können 50.000 Rupien Zuschuss bekommen. Das Förderprogramm wird begleitet von strikten Vorschriften: Ab Januar 2027 sollen nur noch elektrische Auto-Rikschas und kleine E-Transporter ein Nummernschild erhalten, ab 2028 gilt dies auch für Fahrzeuge mit zwei Rädern. Delhis Verwaltungschefin Rekha Gupta nannte die Maßnahmen einen "historischen Schritt", um die durch den Straßenverkehr verursachte Umweltverschmutzung "wirksam einzudämmen". Vorangetrieben wird der Wandel nicht nur durch den Wunsch, Umweltverschmutzung zu verringern. Sinkende Produktionskosten und Bedenken hinsichtlich der Energieversorgung haben auch ihren Anteil. "Der Markt boomt jetzt, ein Jahrzehnt nach seiner Entstehung", sagte Sunitha Anup, Forscherin beim International Council on Clean Transportation kürzlich dem britischen "Telegraph" . "Der Klimawandel ist ein sekundärer Grund für den Wandel – der wichtigste sind die Kosten." Auch etwa in Sri Lanka hatte es 2023 einen Wechsel von Verbrennern hin zu Elektromotoren bei Tuk-Tuks gegeben, Grund war damals ein Mangel an Kraftstoff. Wer elektrisch fährt, kann an Reparaturen sparen – doch manchen machen Unwissen und Unsicherheit einen Strich durch die Rechnung. Was auf E-Autos spezialisierte Kfz-Meister raten, lesen Sie hier.