US-Verkehrssicherheitsbehörde: Fehlkonstruktion führte zum tödlichen Unglück des Tauchboots "Titan"

Datum16.10.2025 00:04

Quellewww.zeit.de

TLDRDie US-Verkehrssicherheitsbehörde (NTSB) hat in ihrem Abschlussbericht zur tödlichen Implosion des Tauchboots "Titan" im Juni 2023 mangelhafte Ingenieurarbeit und fehlende Sicherheitsstandards der Betreiberfirma OceanGate als Hauptursachen identifiziert. Der Druckbehälter wies Anomalien auf und erfüllte nicht die erforderlichen Anforderungen. Die Suche nach dem Boot hätte effizienter sein können, wäre OceanGate an Standardrichtlinien gehalten worden. Das Unglück führte zu Klagen und Forderungen nach strengeren Regelungen für Tiefsee-Expeditionen. Unter den Opfern war auch OceanGate-Chef Stockton Rush.

InhaltAuch die US-Verkehrssicherheitsbehörde macht mangelhafte Ingenieurarbeit für das Unglück des Tauchboots "Titan" verantwortlich. Der Druckbehälter wies Anomalien auf. Fehlerhafte Ingenieurarbeit hat nach Einschätzung der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB zum tödlichen Unglück des Tauchboots Titan geführt. Zu diesem Schluss kam die Behörde in ihrem Abschlussbericht zur Implosion des Tiefsee-Tauchboots, bei der im Juni 2023 alle fünf Menschen an Bord ums Leben kamen. Das Tauchboot befand sich auf dem Weg zum Wrack der Titanic. Die mangelhafte Ingenieurarbeit habe zum Bau eines Druckbehälters aus Kohlefaserverbundwerkstoff geführt, "der mehrere Anomalien aufwies und die notwendigen Festigkeits- sowie Haltbarkeitsanforderungen nicht erfüllte", heißt es im Bericht. Außerdem habe die Betreiberfirma OceanGate es versäumt, das Tauchboot ausreichend zu testen. Dadurch habe sie keine verlässlichen Erkenntnisse über die tatsächliche Belastbarkeit des Bootes gehabt. Dem Bericht zufolge wäre die Suche nach dem Boot wahrscheinlich schneller verlaufen, hätte sich OceanGate an Standardrichtlinien für Notfallmaßnahmen gehalten. Dies hätte Zeit und Ressourcen gespart. In dem Bericht heißt es jedoch auch, dass eine Rettung auch in diesem Fall nicht mehr möglich gewesen wäre. Bereits im August war die US-Küstenwache in einem eigenen Bericht zu dem Schluss gekommen, dass die Implosion hätte verhindert werden können. Auch sie warf der Betreiberfirma schwere Versäumnisse und ein eklatantes Missverhältnis zwischen Sicherheitsbestimmungen und tatsächlicher Praxis vor. Nach dem Unglück stellte OceanGate im Juli 2023 den Betrieb ein. Unter den fünf Todesopfern befand sich auch OceanGate-Chef Stockton Rush. Mit ihm an Bord waren der französische Tiefseeforscher Paul-Henri Nargeolet, der britische Unternehmer Hamish Harding sowie der britisch-pakistanische Unternehmensberater Shahzada Dawood und dessen 19-jähriger Sohn Suleman. Die fünfköpfige Besatzung der Titan war im Juni auf dem Weg zum Wrack des Luxusdampfers Titanic in 3.800 Metern Tiefe. Nach knapp zwei Stunden brach der Kontakt zum Begleitschiff ab. Nach viertägiger Suche entdeckte ein Tauchroboter in 3.800 Metern Tiefe am Meeresgrund Trümmerteile, bei denen es sich um Überreste der Titan handelte. Vertreter des Unternehmens reagierten am Mittwoch nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Die Implosion des Tauchboots zog mehrere Klagen sowie Forderungen nach einer strengeren Regulierung von Tiefsee-Expeditionen nach sich.