Wohnungsmarkt: Büros in Wohnungen verwandeln – Investoren können Fördergeld beantragen

Datum30.06.2026 15:35

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Bundesregierung fördert ab dem 1. Juli den Umbau leerstehender Büros in Wohnungen mit bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit. Ziel ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Städten, wo Millionen Quadratmeter Bürofläche ungenutzt sind. Experten schätzen das Potenzial für zehntausende neue Wohnungen. Allerdings erschweren hohe Umbaukosten, gestiegene Baukosten und mangelnde Infrastruktur die Umsetzung.

InhaltWas tun gegen die Wohnungsnot in Deutschlands Großstädten? Die Bundesregierung will nun den Umbau von Büros fördern. Doch es gibt noch einige Hürden. Wo früher Schreibtische standen, Computer surrten und Chefs Whiteboards mit schlechten Ideen vollkritzelten, da könnte schon bald echtes Leben einziehen. Um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, will die Bundesregierung ab dem 1. Juli den Umbau von leer stehenden Büros fördern. Bauherren können ab Mittwoch bis zu 30.000 Euro Fördergeld pro neuer Wohneinheit in bislang leer stehenden Gewerbeimmobilien beantragen. "Wir stellen 300 Millionen Euro bereit, um ungenutzten Büro- und Gewerbeimmobilien eine zweite Chance zu geben", sagte Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD). Die Förderung fließt als Zuschuss, der Deckel liegt bei 300.000 Euro je Investor. Hubertz hatte das neue Förderprogramm "Gewerbe zu Wohnen" schon im April angekündigt, nun ist es startklar. Es geht um leere Läden und Büros oder auch die alte Dorfgrundschule, wie Hubertz sagte. "Das sind Gebäude, die einmal voller Leben waren, und nun stillstehen, während so viele Menschen nach Wohnraum suchen." Mehr als zwölf Millionen Quadratmeter Büroflächen stünden leer. Würden sie genutzt, spare dies Ressourcen und bringe neues Leben in die Zentren. Hubertz informierte sich in Berlin über den Umbau eines Gebäudes im Zentrum, in dem einmal der Berliner Rundfunk untergebracht war und das lange leer stand. Künftig würden hier Menschen zu bezahlbaren Preisen leben können, meinte die SPD-Politikerin. Experten schätzen, dass in leer stehenden Büros Tausende Wohnungen in Metropolen entstehen könnten. Nach früheren Berechnungen des Immobilienspezialisten Jones Lang LaSalle (JLL) bieten allein ungenutzte Büroflächen das Potenzial für rund 11.000 Wohnungen in den sieben größten Städten. Das Ifo-Institut ging 2024 sogar von bis zu 60.000 möglichen Wohnungen in diesen Großstädten aus. Doch gibt es viele Hürden. Ifo erklärte, in vielen Fällen rechne sich der Umbau nicht, denn teils müssen die für ganz andere Zwecke entworfenen Flächen sehr aufwendig und teuer umgebaut werden. Dazu kommt, dass die Baukosten in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind. Zudem sind Bürogebäude nicht immer auch attraktive Wohnorte, etwa, wenn die Anbindung an Schulen, Nahverkehr, Kindergärten, Geschäfte oder Parks fehlt.