Datum30.06.2026 11:45
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Bern wurde eine trans Frau widerwillig aus einem Frauen-FKK-Bereich entfernt. Nach Beschwerden anderer Gäste rief das Schwimmbadpersonal die Polizei. Es kam zu einem Gerangel, bei dem eine Polizistin verletzt wurde. Die Stadt Bern entschuldigte sich bei der trans Frau und bedauerte die polizeiliche Wegweisung. Sie wies darauf hin, dass alle als Frau identifizierten Personen Zugang zum Bereich hätten. Der Vorfall löste Kritik am Polizeieinsatz und Solidaritätsbekundungen aus.
InhaltSie ist gegen ihren Willen aus dem Frauen-FKK-Bereich eines Schwimmbads in Bern geholt worden. Nun bittet die Stadt die trans Frau um Entschuldigung. In der Schweiz sorgt ein Vorfall in einem Schwimmbad in Bern für Aufsehen: Einsatzkräfte der Polizei haben am Sonntag eine trans Frau aus einem FKK-Bereich abgeführt. Das Personal des Marzilibad in Bern soll die trans Frau nach Beschwerden von Gästen aufgefordert haben, den Frauenbereich zu verlassen, teilte die Polizei mit. Sie habe sich geweigert, deshalb sei die Polizei gerufen worden. Andere Personen hätten sich hingegen mit ihr solidarisiert. Nach Angaben der Polizei kam es zu einem Gerangel, bei dem eine Polizistin durch eine bislang ungekannte Person angegriffen und verletzt worden sein soll. Trans Menschen sind Personen, die sich dem Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugeschrieben wurde, nicht zugehörig fühlen. Nachdem die trans Frau mit zur Wache genommen und dann entlassen wurde, habe es eine spontane Solidaritätskundgebung gegeben, die friedlich verlief, so die Polizei weiter. Weitere Angaben zum Grund der vorläufigen Festnahme machte die Polizei bislang nicht. Man ermittle zu dem Vorfall. Personen aus dem Umfeld der trans Frau kritisieren den Polizeieinsatz als "unverhältnismäßig", wie unter anderem der SRF berichtete. Sechs Polizeiangestellte hätten sie unter grobem Körpereinsatz zu Boden gebracht und mit Handschellen abgeführt. Nachdem sie zwei Stunden auf einer Polizeiwache festgehalten worden sei, habe sie die Nacht in einem Spital verbracht. Die Stadt Bern kritisierte das Vorgehen. Das Bad habe sich, als Gespräche kein Ergebnis brachten, "aufgrund der drohenden Eskalation fälschlicherweise für eine polizeiliche Wegweisung" der trans Frau entschieden, hieß es in einer Mitteilung . "Die Direktion für Bildung, Soziales und Sport bedauert diesen Entscheid ausdrücklich. Sie entschuldigt sich bei der betroffenen Person", teilte sie mit. "Alle Personen, die sich als Frau identifizieren und als solche leben, haben Zugang zum freiwilligen FKK-Bereich Paradiesli." Im "Härtefall" gelte das im Ausweis festgehaltene Geschlecht. Die betroffene Person hätte demnach die Zutrittsregelung erfüllt.