Erdbeben in Venezuela: Retter in Venezuela finden noch immer Überlebende

Datum30.06.2026 11:40

Quellewww.zeit.de

TLDRMehrere Tage nach zwei schweren Erdbeben in Venezuela bergen Rettungskräfte noch immer Überlebende. Die Zahl der Todesopfer ist auf über 1.700 gestiegen, Tausende sind verletzt und Zehntausende obdachlos. Satellitendaten deuten auf umfangreiche Zerstörungen von Gebäuden hin. Trotz des Zeitdrucks und sinkender Überlebenschancen werden vereinzelt Menschen lebend gefunden. Vermisst werden auch über 100 Migranten, die kurz vor den Beben nach Venezuela abgeschoben worden waren und in einem betroffenen Hotel untergebracht waren.

InhaltMehrere Tage nach den starken Erdstößen in Venezuela finden die Rettungskräfte noch Überlebende unter den Trümmern. Die Zahl der Toten ist auf mehr als 1.700 gestiegen. Die offizielle Zahl der Toten nach dem Doppel-Erdbeben in Venezuela ist auf 1.719 gestiegen. Dies sagte Parlamentspräsident ‌Jorge ⁠Rodriguez im staatlichen Fernsehen. Bei der ​Katastrophe wurden nach aktueller Zählung 5.034 Menschen verletzt. 15.866 Menschen hätten ihr Dach verloren, sagte Rodriguez. In der betroffenen Region wurden wahrscheinlich rund 58.870 Gebäude beschädigt oder zerstört. Das ergab eine vorläufige Auswertung von Satellitendaten, die von der US-Raumfahrtbehörde Nasa veröffentlicht wurde. Es sei nur eine vorläufige, schnelle Beurteilung, sagten die Wissenschaftler Corey Scher und Jamon Van Den Hoek von der Oregon State University. Sie basiert auf Daten der hochauflösenden radargestützen Erdbeobachtungssatelliten Sentinel-1 der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA. "Die Daten deuten auf eine plötzliche Veränderung der Oberfläche hin, die mit Schäden vereinbar ist." Die Zahl sei aber lediglich ein Anhaltspunkt und nicht vor Ort überprüft worden. Trotz der immensen Zerstörungen werden auch knapp eine Woche nach dem Erdbeben immer noch Menschen lebend gefunden. Salvadorianische Einsatzkräfte erreichten einen 44-Jährigen unter den Trümmern eines Einkaufszentrums in der Küstenstadt Maiquetía, wie El Salvadors Präsident Nayib Bukele auf der Plattform X schrieb. Der Mann sei über einen Schlauch mit Wasser versorgt worden, während die Rettungsarbeiten andauerten. Mehr als 100 aus den USA abgeschobene Migranten, die wenige Stunden vor den Erdbeben in Venezuela gelandet waren, werden ebenfalls noch vermisst. Ein von der venezolanischen Regierung veröffentlichtes Video zeigt, wie Beamte die Abgeschobenen in Empfang nahmen. Sie wurden in ein Hotel in La Guaira gebracht, einem der am stärksten vom Erdbeben betroffenen Gebiete. Viele Gebäude kollabierten dort. Auch Teile des Hotels sind dem Bericht zufolge bei den Erdstößen eingestürzt. An Bord des Abschiebeflugs aus Miami waren 146 Venezolaner, darunter 19 Frauen und 7 Kinder – und die 24-jährige Jenny Rodriguez. Sie sagte dem Fernsehsender Telemundo, sie sei ebenfalls mit dem Flug angekommen und in dem Hotel untergebracht worden. "Ich war unter den Trümmern eingeklemmt. Ein Mann, der mit mir im selben Flugzeug gewesen war, kam vorbei. "Ich konnte meine Hand aus den Trümmern strecken und flehte ihn an, mir zu helfen", sagte sie. "Dank Gott – und danke ihm – konnte ich dort herauskommen." Da ​das kritische Zeitfenster von 72 Stunden ​nach der Katastrophe verstrichen sei, sinken laut Experten die ‌Chancen, dass noch ​lebende Menschen aus den Trümmern ⁠zu ​retten sind.