Datum30.06.2026 07:47
Quellewww.spiegel.de
TLDRKeiko Fujimori wurde mit knapper Mehrheit zur Präsidentin Perus erklärt, nachdem sie die Wahl mit einem Vorsprung von weniger als 50.000 Stimmen gewann. Dies ist ihr vierter Anlauf auf das Präsidentenamt. Der Wahlkampf war geprägt von Themen wie Kriminalität und politischer Instabilität. Fujimori kündigte ein hartes Vorgehen gegen Kriminalität an. Sie tritt ihr Amt am 28. Juli an. Ihre Präsidentschaft ist umstritten, da ihr Vater, Alberto Fujimori, wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption verurteilt wurde.
InhaltDrei Wochen nach der Stichwahl um die Präsidentschaft in Peru hat die Wahlbehörde Keiko Fujimori offiziell zur Siegerin erklärt. Die rechtsgerichtete Politiker hatte einen Vorsprung von weniger als 50.000 Stimmen. Dreimal war Keiko Fujimori bereits an den Präsidentschaftswahlen in Peru gescheitert. Im vierten Anlauf hat sie die Wahl nun gewonnen. Die Wahlbehörde hat die rechtsgerichtete Politikerin etwa drei Wochen nach der Stichwahl offiziell zur Siegerin erklärt. Das Wahlergebnis war äußerst knapp. Gerade einmal 49.641 Stimmen trennten die Kontrahenten in einem Land mit 27 Millionen Wahlberechtigten. Fujimori setzte sich mit 50,13 Prozent der Stimmen gegen ihren linksgerichteten Rivalen Roberto Sánchez mit 49,86 Prozent durch, wie die Wahlbehörde am Montag in Lima mitteilte. "Mit jedem Tag kommen wir dem Beginn eines Weges der Ordnung und Hoffnung für alle Peruaner näher", schrieb Fujimori nach der Bekanntgabe des Ergebnisses im Onlinedienst X. Sie werde auf die offizielle Bekanntmachung der endgültigen Wahlergebnisse durch die nationale Wahlkommission JNE in den kommenden Tagen mit "großer Bescheidenheit, Umsicht und Verantwortungsbewusstsein" warten. Die 51-Jährige ist die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori, der Peru von 1990 bis 2000 mit harter Hand regierte. Der Wahlkampf drehte sich um die zunehmende Kriminalität in Peru und um die chronische politische Instabilität, die dazu geführt hat, dass das südamerikanische Land in einem Jahrzehnt acht Präsidenten erlebt hat. Für den Fall ihres Wahlsiegs hatte Fujimori ein hartes Durchgreifen gegen Kriminalität und irreguläre Migration angekündigt. Ihr Rivale Sánchez, der zum ersten Mal kandidierte, kommentierte das Wahlergebnis zunächst nicht. Er hatte den Behörden Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung der Auslandsstimmen vorgeworfen und bereits erklärt, dass er eine von Fujimori geführte Regierung nicht anerkennen werde. Fujimori wird ihre fünfjährige Amtszeit am 28. Juli antreten. Sie war mit 19 Jahren First Lady in Peru geworden, nachdem sich ihre Mutter öffentlich von ihrem Vater losgesagt hatte. Später machte sie in den USA eine Ausbildung zur Betriebswirtin. Ihr Vater wurde von seinen Anhängern dafür gefeiert, dass er die linken Rebellen von der Guerillaorganisation Leuchtender Pfad besiegte und die peruanische Wirtschaft stabilisierte. Später wurde er jedoch wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption verurteilt und saß 16 Jahre im Gefängnis. Er starb 2024. Viele Peruaner haben dunkle Erinnerungen an die Regierungszeit ihres Vaters und verweigern jedem mit dem Namen Fujimori die Stimme. Dreimal war Keiko Fujimori mit ihren Präsidentschaftsambitionen gescheitert.