Elbvertiefung: Der tägliche Newsletter aus Hamburg: Sechs Tote in Jugendhilfeeinrichtung in Stade

Datum30.06.2026 06:00

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Stade wurden sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung erschossen. Der mutmaßliche Täter wurde auf der Flucht festgenommen. Die Hintergründe deuten auf eine Sorgerechtsangelegenheit hin. Die Opfer sind Erwachsene, die im Umfeld der Einrichtung arbeiteten. Weitere Nachrichten betreffen geplante Kürzungen bei der Schulbegleitung, Hapag-Lloyds Beteiligung an einem Containerterminal, Flugbetriebsverzögerungen am Flughafen, den neuen Hamburger Ferienpass und steigende Immobilienpreise durch Öko-Heizsysteme.

InhaltDie Elbvertiefung am Dienstag – Mit den neuesten Erkenntnissen zur Schusswaffenattacke in Stade, Protesten gegen Kürzungen bei Schulbegleitung und dem neuen Ferienpass Stade ist ein beschauliches Städtchen im Alten Land, kaum eine Stunde mit dem Auto oder der S-Bahn von Hamburg entfernt. Wegen des Hansehafens und der hübschen Fachwerkhäuser ist die Stadt ein beliebtes Ausflugsziel, viele Stader pendeln täglich nach Hamburg. Leider muss ich nun zu einer sehr ernsten Nachricht überleiten – denn ebendort, in Stade, ist es am Montagmittag zu einer furchtbaren Tat gekommen. Sechs Menschen wurden in einer Jugendhilfeeinrichtung in der Dankerstraße erschossen, zudem gab es mehrere Verletzte, wie die Polizei gestern Abend mitteilte. Bei den Toten handelt es sich um Erwachsene, vier Frauen und zwei Männer. Der mutmaßliche Schütze versuchte in einem Auto zu fliehen, der Wagen wurde laut Polizei von einer Frau gefahren. Polizisten schossen auf das Fahrzeug und konnten beide schließlich festnehmen. In der betroffenen Einrichtung sind Mutter-Kind-Wohngruppen untergebracht. Der mutmaßliche Täter hatte dort einen Termin, die Polizei sprach von einer Sorgerechtsangelegenheit. Seine drei Monate alte Tochter und deren Mutter lebten in der Einrichtung, sie blieben unverletzt. Weiter unten in diesem Newsletter lesen Sie, was bisher über die Tat bekannt ist und welche Fragen noch offen sind. Ein Kollege ist gestern Nachmittag nach Stade aufgebrochen, um vor Ort zu recherchieren. Über neue Erkenntnisse informieren wir Sie auf zeit.de. Die Polizei hat ein Portal für Hinweise aus der Bevölkerung eingerichtet. Wir sind in Gedanken bei den Familien der Getöteten und Verletzten. Ihre Annika Lasarzik Die Reederei Hapag-Lloyd plant, über eine Tochtergesellschaft 20 Prozent am Containerterminal des Hafenlogistikers Eurogate zu übernehmen. Die zuständigen Behörden und Regulierungsstellen müssen die Transaktion allerdings noch genehmigen. Das Eurogate-Terminal ist eines von vier Containerterminals im Hamburger Hafen. Aus Protest gegen geplante Kürzungen bei der Schulbegleitung für Kinder mit Unterstützungsbedarf haben Eltern und Organisationen für Mittwoch eine Demonstration angekündigt. Die Kundgebung startet um 16 Uhr am Jungfernstieg. Eine Petition gegen die Kürzungspläne wurde bereits von mehr als 20.000 Menschen unterzeichnet. Am Flughafen hat die Hitze kleine Schäden an einer Start-und-Lande-Bahn verursacht. Der Flugbetrieb begann deshalb Montagmorgen mit rund einer Stunde Verspätung. Einer Sprecherin zufolge musste das Ersatzmaterial erst aushärten. Hamburgs Schülerinnen und Schüler können in den Sommerferien mit dem neuen Ferienpass mehr als 700 Angebote nutzen; weitere sollen hinzukommen. Der kostenlose Pass wird an Schulen verteilt oder ist in Jugendämtern, Kundenzentren, Büchereien und Budnikowsky-Filialen erhältlich. Das Programm umfasst Freizeitaktivitäten und Reisen – einen Überblick gibt es auf ferienpass-hamburg.de. Öko-Heizsysteme wie Wärmepumpen und Fernwärme treiben die Immobilienpreise in Hamburg und dem Umland nach oben. Das zeigt eine Auswertung von rund 11.100 Angeboten durch die Maklerfirma Von Poll Immobilien. Interessenten achten demnach zunehmend auf Energieeffizienz, Betriebskosten und Modernisierungsbedarf. Die stärksten Preissteigerungen gibt es bei Wohnimmobilien mit Solar, Luft-, Wasser- oder Erdwärme. In einer Jugendeinrichtung im niedersächsischen Stade sind Schüsse gefallen. Sechs Menschen wurden nach Polizeiangaben getötet. Vieles zu der Tat ist noch unklar. Was bisher bekannt ist, hat ein Kollegenteam der ZEIT zusammengefasst. Lesen Sie hier einen Auszug. Was ist passiert? Sechs Menschen sind durch Schüsse getötet worden. Das teilte die Polizei mit. Zudem gebe es mehrere Verletzte. Die Polizei sprach von einem "Tötungsdelikt in einer Jugendhilfeeinrichtung" und nannte als mögliches Motiv eine "Sorgerechtssache". Es gab eine Festnahme. Wie die Behörden mitteilten, bestand für die Bevölkerung nach der Festnahme keinerlei Gefahr. Die Polizei hat ein Hinweisportal für die Tat freigeschaltet. Wie die Polizei am Abend mitteilte, gingen um 12 Uhr mittags erste Notrufe mit dem Hinweis auf Schüsse und Verletzte in der Jugendhilfeeinrichtung ein. Kurze Zeit später seien Beamte bereits am Ort gewesen und hätten das Gebäude gesichert. Der mutmaßliche Täter sei in einem Auto geflohen. Gefahren wurde der Wagen von einer Frau, die laut Polizei aus dem familiären Umfeld des Schützen stammt. Die Polizei schoss den Angaben zufolge noch in der Straße der Einrichtung mehrmals auf den Wagen, das Fahrzeug kam jedoch erst später zum Stehen. Die Frau und der Mann im Fahrzeug seien nicht getroffen worden und konnten von den Polizisten vorläufig festgenommen werden. Der Polizei zufolge wurde in dem Fahrzeug auch eine Schusswaffe sichergestellt. Was ist über die Opfer bekannt? Bei den Toten handelt es sich um Erwachsene: vier Frauen und zwei Männer. Laut Polizeiangaben sind sie alle aus dem Umfeld der Einrichtung, aber keine dort Schutz suchenden Personen. Auch handelt es sich bei ihnen nicht um Verwandte des mutmaßlichen Täters. Wie die Polizei mitteilte, seien vier Tote bereits beim Eintreffen im Gebäude gefunden worden. Eine weitere Person sei bei dem Versuch der Reanimation gestorben. Das sechste Opfer erlag seinen Verletzungen im Krankenhaus. Bislang seien noch nicht alle Angehörigen unterrichtet. Daher rief die zuständige Polizeipräsidentin Kathrin Schuol die Öffentlichkeit auf, keine Identifizierungsversuche zu unternehmen. Was ist über den mutmaßlichen Täter bekannt? Der mutmaßliche Täter wurde von der Polizei auf der Flucht festgenommen. Es handelt sich den Polizeiangaben zufolge um einen 45-Jährigen aus dem Raum Hannover. Zu dem Mann lägen polizeiliche Erkenntnisse vor, sagt die Polizei. Welche genau und wie die Politik reagierte, lesen Sie im ganzen Text. "Viele denken, mein Freund sei der Sugardaddy, aber es ist andersrum" Charlotte Weise folgen bei Instagram 200.000 Menschen. Damit kann die Influencerin zwei Häuser und ihre Familie finanzieren. Warum sie trotzdem überlegt aufzuhören, erzählt sie im Interview. Die Fragen stellte ZEIT-Redakteurin Hannah Scherkamp. → Zum Artikel (Z+) Auch in diesem Jahr gibt es in den Sommerferien für Kinder und Jugendliche von 7 bis 15 Jahren wieder die "Kinderstadt". Auf der freien, noch nicht bebauten Fläche Baakenhöft in der HafenCity wird erneut die Frage "Wer gestaltet unsere Stadt?" gestellt. 30 unterschiedliche Bereiche laden Kinder und Jugendliche ein, in dieser erwachsenenfreien Zone zu spielen, zu gestalten und zu experimentieren, wie die Zukunft der Stadt aussehen soll. "Kinderstadt", 13. bis 24. Juli, Montag bis Freitag, 9 bis 15 Uhr; Baakenhöft, HafenCity; Teilnahme und vegetarisches Mittagessen kostenlos; Anmeldung vor Ort, auch eine Teilnahme nur an einzelnen Tagen ist möglich. Sommerwetter. Landungsbrücken, Jan-Fedder-Promenade. Ein Touristenpaar. Er: "Ich hab Hunger." – Sie: "Fischbrötchen?" – Er: "Nö." – Sie: "Würstchen mit Brot?" – Er: "Nö." – Sie: "Currywurst?" – Er: "Nö." – Sie, genervt: "Mann, was willst du denn?" – Er: "Bier." Gehört von Margert Silvester Das war die Elbvertiefung, der tägliche Hamburg-Newsletter der ZEIT. 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