Betrug und Geldwäsche: Chinesischer Immobilienmagnat Guo Wengui in USA zu 30 Jahren Haft verurteilt

Datum30.06.2026 05:02

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer chinesische Immobilienmagnat Guo Wengui wurde in den USA wegen Betrugs und Geldwäsche zu 30 Jahren Haft verurteilt. Er nutzte seine Online-Bekanntheit, um Investoren mit falschen Versprechungen um mehr als eine Milliarde Dollar zu prellen. Die Behörden ziehen zudem 889 Millionen Dollar an Vermögenswerten ein. Guo floh 2014 aus China, um dortiger Strafverfolgung zu entgehen, und pflegte in den USA Verbindungen zu regierungsnahen Kreisen.

InhaltDer im US-Exil lebende Chinese Guo Wengui nutzte seine Bekanntheit im Internet, um Tausende Menschen um ihr Geld zu bringen. Eine Jury befand ihn bereits schuldig. Nun wurde das hohe Strafmaß verkündet. Der chinesische Geschäftsmann Guo Wengui ist in den USA unter anderem wegen Betrugs zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Das Strafmaß sei am Montag von einem Bundesrichter in New York verkündet worden, berichteten unter anderem das "Wall Street Journal"  und das Portal "Politico" . Zudem sollen 889 Millionen Dollar an Vermögenswerten eingezogen werden, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Laut Staatsanwaltschaft hatte Guo zusammen mit seinem Finanzier Tausende Follower im Internet zu "Investitionen in verschiedene Unternehmen und Programme durch falsche Aussagen und Darstellungen" bewegt. In der Folge hätten die beiden Hunderte Millionen Dollar unterschlagen. Insgesamt belaufe sich der Schaden auf mehr als eine Milliarde Dollar. Guo lockte seine Gefolgschaft auch mit seinem vermeintlichen Kampf gegen die Kommunistische Partei Chinas. Zudem benutzte er mehrere Identitäten: Allein das Plädoyer der Staatsanwaltschaft nennt neben Guo Wengui sechs Pseudonyme. Im März 2023 wurde Guo Wengui in seinem Luxusapartment am Central Park in Manhattan festgenommen. Eine Jury in New York sprach ihn 2024 unter anderem wegen verschiedener Arten des Betrugs sowie Geldwäsche und Schutzgelderpressung schuldig. Offen blieb danach noch das Strafmaß. Die Staatsanwaltschaft hatte mindestens 30 Jahre Gefängnis gefordert. "In diesem außergewöhnlichen Fall kann es keine Gerechtigkeit geben ohne ein außergewöhnliches Strafmaß", hieß es in ihrem Plädoyer. Guos Verbrechen toppten nach Ansicht der Staatsanwaltschaft sogar die des Krypto-Betrügers Sam Bankman-Fried, der derzeit eine 25-jährige Haftstrafe absitzt (mehr zu dem Fall hier ). Guo hatte China 2014 verlassen, um der Strafverfolgung wegen Bestechung und Unterschlagung in seinem Heimatland zu entgehen. In Peking war Guo ein Immobilienmagnat. In den USA unterhielt er dann gute Beziehungen in regierungsnahe Kreise und galt als Geschäftspartner von Steve Bannon, einem früheren Topberater von Präsident Donald Trump. Bannon war 2020 auf einer Jacht Guos wegen Betrugs festgenommen worden (mehr dazu hier).