Stadtmitarbeiter soll eine Million Euro aus Parkautomaten gestohlen haben

Datum24.11.2025 19:02

Quellewww.spiegel.de

TLDREin Mitarbeiter der Stadt Kempten soll rund eine Million Euro aus Parkautomaten gestohlen haben. Der 40-Jährige war für die Leerung dieser Automaten verantwortlich und entnahm mehrfach Münzgeld. Die Polizei entdeckte den Fall durch verdächtige Bankeinzahlungen. Gegen ihn und seine Frau wurde Haftbefehl wegen Diebstahls und Beihilfe erlassen. Die Stadt hat mittlerweile Maßnahmen wie Smartphone-Zahlungen eingeführt, um zukünftige Diebstähle zu verhindern. Ähnliche Fälle gab es auch in anderen Städten.

InhaltEin Mitarbeiter der Verwaltung in Kempten hat sich in seiner Arbeitszeit offenbar zum Millionär gemacht – indem er Münzen aus Parkautomaten entwendete. Die Masche flog auf, weil sich die Bank des Mannes über die Einzahlungen wunderte. Ein städtischer Mitarbeiter soll im bayerischen Kempten Münzen im Gesamtwert von rund einer Million Euro aus Parkautomaten gestohlen haben. Der 40-Jährige war beim städtischen Betriebshof für die Leerung kommunaler Parkscheinautomaten zuständig, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Kempten mitteilten. Bei dieser Tätigkeit soll er aus den Parkscheinautomaten in mehreren Hundert Fällen Münzgeld entnommen und in die eigene Tasche gesteckt haben. Die Ermittler wurden Anfang Oktober durch eine Geldwäscheverdachtsanzeige einer Bank auf den Fall aufmerksam. Dort waren wiederkehrende Bargeldeinzahlungen auf mehrere Konten des Mannes aufgefallen. Über die Konten war auch die 38-jährige Ehefrau des verdächtigen Mannes verfügungsberechtigt. Ein Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl gegen den städtischen Angestellten wegen Diebstahls in 720 Fällen und gegen die Ehefrau wegen Beihilfe. Die Ermittlungen dauerten an, wie es hieß. Noch vor Bekanntwerden des aktuellen Falls hatte die Stadt Kempten allerdings Maßnahmen beschlossen, die eine Wiederholung zumindest in dieser Dimension unwahrscheinlicher machen dürften: Seit vergangenem September können Bürgerinnen, Bürger und Besuchende auch per einheitlicher Smartphone-Lösung ihr Parkticket lösen. Die bisherigen Automaten, so hieß es damals  , blieben auch künftig als Hauptzahlungsmittel relevant. Für die Stadt dürfte sich die Umstellung spätestens nach dem Auffliegen des mutmaßlichen Millionendiebstahls in Münzen dennoch bezahlt gemacht haben. Ähnliche Fälle gab es in der Vergangenheit auch in anderen Regionen. In Hamburg beschlagnahmte die Polizei im Sommer bei einem 31-Jährigen fast zwei Tonnen Kaffee, Zehntausende Euro Bargeld und eine Luxusuhr. Der Mann stand im dringenden Verdacht, alles dem eigenen Arbeitgeber über Monate entwendet zu haben.