Datum29.06.2026 17:53
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Supreme Court hat Donald Trumps Antrag zur Anfechtung einer Millionenstrafe von 5 Millionen Dollar abgewiesen. Trump war von einem Zivilgericht wegen Verleumdung und sexueller Belästigung der Autorin E. Jean Carroll verurteilt worden. Ohne Angabe von Gründen lehnten die Richter Trumps Fall ab, was als schwerer Schlag für seine rechtlichen Bemühungen gegen die Urteile gilt. Eine weitere Klage von Carroll führte zu einer Schadensersatzzahlung von über 83 Millionen Dollar.
InhaltEin Zivilgericht verurteilte Donald Trump wegen Verleumdung und sexueller Belästigung der Autorin E. Jean Carroll. Nach einer verlorenen Berufung ist der US-Präsident nun auch vor dem Supreme Court gescheitert. Donald Trump ist vor dem Supreme Court mit dem Versuch gescheitert, ein Zivilurteil anzufechten. Dabei geht es um Schadensersatz in Höhe von fünf Millionen Dollar, die der amtierende US-Präsident nach einem Zivilprozess an die Autorin E. Jean Carroll zahlen muss. Trump war darin wegen Verleumdung und sexueller Belästigung verurteilt worden. Trump hatte beantragt, dass sich der Oberste Gerichtshof des Falls annimmt. Doch die Richter lehnten ab. Eine Begründung dafür gab es – wie in solchen Fällen üblich – nicht. Die "New York Times" beschreibt die Entscheidung des Supreme Court als schweren Schlag für Trump. Sie könnte das Ende der rechtlichen Bemühungen des US-Präsidenten bedeuten, gegen Entscheidungen in Zivilprozessen mit Carroll vorzugehen. Trumps Anwaltsteam reagierte pikiert und feuerte eine wirre Stellungnahme ab, in der von einer angeblichen Hexenjagd und politischen Motiven die Rede ist. Die Autorin Carroll, heute 82 Jahre alt, gehörte früher zur New Yorker Society. 2019 behauptete sie im "New York Magazine", Trump habe sie in einer Umkleidekabine bei Bergdorf Goodman vergewaltigt. Trump beschimpfte Carroll daraufhin als "Spinnerin". Die Autorin verklagte ihn wegen Verleumdung und sexueller Belästigung. Ein Zivilgericht sprach ihr die fünf Millionen Dollar Schadensersatz zu, die Trump nun versuchte, anzufechten. Doch damit nicht genug: Trump zog weiter über Carroll her. Sie verklagte ihn erneut und die Geschworenen verurteilten Trump zu mehr als 83 Millionen Dollar Schadensersatz. Berufungen Trumps scheiterten. Bisher zahlte Trump aber nicht. Er hoffte auf den Supreme Court. Die Anwälte des US-Präsidenten hatten angedeutet, auch wegen der zweiten, deutlich höheren Strafe beim Supreme Court vorzusprechen. Inwiefern Trump das nach der ersten Niederlage weiter versuchen wird, ist unklar. Auf anderen Wegen versucht Trump mithilfe des Justizministeriums ohnehin weiter, gegen Carroll und ihr Umfeld vorzugehen (mehr dazu lesen Sie hier ). Über die Jahre beschuldigten Dutzende Frauen Trump des sexuellen Missbrauchs. Doch nur zwei verklagten ihn: E. Jean Carroll und Summer Zervos, früher mal Kandidatin in Trumps Realityshow "The Apprentice". Der Prozess mit Zervos wurde gütlich beigelegt.