Datum29.06.2026 16:07
Quellewww.zeit.de
TLDRBei Hitzewellen kam es in NRW und bundesweit zu zahlreichen tödlichen Badeunfällen in Seen und Flüssen. Trotz intensiver Rettungsaktionen, unter Beteiligung von Feuerwehr, DLRG und Tauchern, kam Hilfe oft zu spät. Bundesweit starben am heißesten Wochenende des Jahres mindestens 26 Menschen beim Baden. Betroffen waren vor allem Männer, darunter auch ein 18-Jähriger im Baldeneysee und ein 61-Jähriger trotz Badeverbot. Die DLRG mahnt zur Vorsicht und betont die Wichtigkeit bewachter Badestellen, das Vermeiden von Alkoholkonsum und die Nutzung von Schwimmwesten.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Badeunfälle“. Lesen Sie jetzt „Zahlreiche Badetote in Seen und Flüssen“. In der Gluthitze der vergangenen Tage sind zahlreiche Menschen in NRW bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Trotz großangelegter Rettungsaktionen mit Tauchern und teils mit Hubschraubern kam die Hilfe von Feuerwehr, DLRG und Rettungsdiensten dabei meist zu spät. Bundesweit kamen laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am bisher heißesten Wochenende des Jahres mindestens 26 Menschen beim Baden ums Leben. Tödliche Unfälle gab es etwa am Samstag in Essen, wo ein 18-Jähriger in den Baldeneysee sprang und nicht mehr auftauchte. Taucher entdeckten ihn am Grund des Sees. Trotz Reanimation starb er in einer Klinik, wie die Polizei mitteilte. In Schieder-Schwalenberg im Kreis Lippe ging ein 61-Jähriger am selben Tag frühmorgens um 5.30 Uhr trotz Badeverbots in den dortigen Schiedersee. Nach wenigen Schwimmzügen sei er untergegangen und ertrunken, hieß es. In der Nähe von Rees am Niederrhein bargen Feuerwehrleute am Montag einen toten Mann aus dem Rhein. Es werde geprüft, ob es sich dabei um einen der Kanufahrer handele, die am Sonntag in Wesel gekentert seien, teilte die Polizei mit. In Zülpich im Kreis Euskirchen geht derweil die Suche nach einem 39-Jährigen im Neffelsee weiter. Der Mann war am Sonntagabend beim Schwimmen etwa 150 Meter vom Ufer entfernt in Not geraten und hatte um Hilfe gerufen, wie die Polizei mitteilte. Rettungskräfte setzten am Montag Boote und Taucher ein, nachdem die Suche in der Nacht unterbrochen worden war. Eine großangelegte und dennoch vergebliche Rettungsaktion starteten die Einsatzkräfte am Rhein-Herne-Kanal am Samstag in Herne, als ein sechsjähriger Junge vermisst wurde. Laut Polizei spielte das Kind am Wasser, war dann nicht mehr aufzufinden und wurde leblos aus dem Wasser geborgen. Erfolglos blieb der Einsatz auch im Badesee Echtz bei Düren: Einen dort schon seit Freitag vermissten 14-Jährigen suchten Rettungskräfte drei Tage lang. Als sie den Jungen am Sonntag fanden, konnte ein Notarzt nur noch seinen Tod feststellen. Im Seepark Lünen bei Dortmund holten Besucher einen leblosen 45 Jahre alten Mann aus dem Wasser. Er starb im Krankenhaus, wie ein Polizeisprecher berichtete. In Düsseldorf ertrank ein 41-jähriger Mann in einem Baggersee. Die DLRG appelliert regelmäßig, nur an bewachten Badestellen und nicht unter Alkoholeinfluss zu schwimmen und Kinder sorgfältig zu beaufsichtigen. Beim Bootfahren oder Paddeln müsse immer eine Schwimmweste getragen werden. Leichtsinn mache aus einem Badeausflug schnell eine tödliche Gefahr. Von schweren Unfällen betroffen sind nach den DLRG-Erhebungen ganz überwiegend Männer. © dpa-infocom, dpa:260629-930-304972/1