Datum29.06.2026 14:09
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Tabakkonzern BAT streicht wegen sinkender Zigarettenverkäufe weltweit 5.500 Stellen und lagert 3.500 weitere aus. Ziel ist eine agile, kostendisziplinierte und technologiegestützte Organisation, die bis 2028 rund 695 Millionen Euro einsparen soll. Der Abbau betrifft Beschäftigte außerhalb der USA. BAT investiert zudem mehr in alternative Nikotinprodukte, um die sinkenden Erlöse aus klassischen Zigaretten auszugleichen, liegt hier aber hinter der Konkurrenz zurück.
InhaltKlassische Zigaretten sind immer weniger gefragt. Den Tabakkonzernen steht deshalb eine Schrumpfkur bevor. British American Tobacco (BAT) will ein Fünftel seiner Stellen abbauen. Etwa 5500 Jobs fielen komplett weg, kündigte der Anbieter von "Lucky Strike"- und "Camel"-Zigaretten am Montag an. Weitere 3500 Arbeitsplätze würden an Dienstleister wie Accenture ausgelagert. "Wir bauen eine zukunftsfähige Organisation auf, die agiler ist, disziplinierter auf die Kosten achtet und sich auf Technologie stützt", erläuterte BAT-Chef Tadeu Marroco laut einer Mitteilung am Montag. Neben einem Stellenabbau sollen auch strategische Partnerschaften dazu beitragen. Das Gesamtpaket soll nach Angaben des Tabakkonzerns bis 2028 zusätzliche jährliche Einsparungen in Höhe von umgerechnet 695 Millionen Euro einbringen. Betroffen sind den Angaben zufolge ausschließlich Beschäftigte außerhalb des weltweit wichtigsten Marktes für BAT, den USA. Zunächst blieb unklar, wie viele der deutschen Mitarbeiter um ihre Jobs bangen müssen. Das Unternehmen führt sein Deutschland-Geschäft von Hamburg aus. Zudem betreibt es in Bamberg ein Werk für Stopf- und Drehtabak. BAT habe im Februar zwar angekündigt, dass das geplante Sparprogramm zu einem Stellenabbau führen könnte, schrieb Analyst Pallav Mittal von der Barclays Bank. Der Umfang der Streichungen habe Anleger jedoch überrascht. BAT-Aktien fielen in London zeitweise um knapp zwei Prozent. Die Papiere haben sich in den vergangenen Jahren im Vergleich zu den meisten Wettbewerbern unterdurchschnittlich entwickelt. BAT hat in vielen seiner Märkte mit einer sinkenden Nachfrage nach traditionellen Zigaretten zu kämpfen und muss gleichzeitig in nikotinhaltige Alternativprodukte investieren. Wie ihr Konkurrent Philip Morris International Inc. wollen die Briten mehr als die Hälfte ihrer Erlöse mit alternativen Nikotinprodukten wie Vuse-E-Zigaretten und Velo-Nikotinbeuteln erzielen. Der Absatz von Zigaretten – der klassischen Gewinnstütze – geht weltweit zurück. Das BAT-Geschäft mit Ersatzprodukten wie E-Zigaretten oder Nikotinbeuteln bleibt hinter der Konkurrenz zurück.