Datum29.06.2026 14:04
Quellewww.spiegel.de
TLDRStraßenmeistereien setzen bei extremer Hitze Splitt ein, um Fahrbahnschäden zu verhindern. Bei Temperaturen über 60 Grad Celsius wird das Bitumen im Asphalt weich und kann sich an Lkw-Reifen festsetzen. Splitt auf der Fahrbahn wirkt abstumpfend und soll verhindern, dass der aufgeweichte Asphalt herausgerissen wird. Die Maßnahme kommt präventiv auf besonders anfälligen Abschnitten zum Einsatz.
InhaltBei Schnee sorgt Splitt für Trittsicherheit – nun haben sich Straßenarbeiter das Streumittel auch in der Hitze zunutze gemacht. Es soll verhindern, dass aufweichender Asphalt an Lkw-Reifen hängen bleibt. Splitt auf den Straßen ist aus der Winterzeit bestens bekannt – in diesen Tagen setzen Straßenmeistereien das Streumittel auch gegen Hitzeschäden ein. So haben mehrere Straßenmeistereien in Nordsachsen am Wochenende Splitt gestreut, wie der Landkreis mitteilt . "Wir haben dafür unsere Winterdiensttechnik genutzt, mit der sonst Tausalz gestreut wird", berichtet Straßenbauamtsleiter Uwe Schmidt. Die geringere Verkehrsbelastung am Wochenende habe bei den Arbeiten geholfen. Auch der Landesbetrieb Straßenwesen in Brandenburg setzt einer Mitteilung zufolge Splitt auf hitzegeschädigten Straßen ein. Durch die starke Sonneneinstrahlung an Hitzetagen können sich die Fahrbahnen auf deutlich mehr als 60 Grad Celsius aufheizen, heißt es. Wenn sie sich in den warmen Nächten nicht ausreichend abkühlen, werde das im Asphalt enthaltene Bindemittel Bitumen weich und könne an die Oberfläche treten – was Fachleute eine "schwitzende Decke" nennen. "Unter der Belastung des Verkehrs können sich anschließend Verdrückungen, Spurrinnen, Aufwölbungen oder sich lösende Asphaltstücke bilden." Der aufgeweichte Asphalt könne an Lkw-Reifen haften bleiben und aus der Straße gerissen werden, erklärt ein Sprecher des Landkreises Nordsachsen. Splitt auf der Fahrbahn habe eine abstumpfende Wirkung und soll das verhindern. Es handle sich um eine präventive Maßnahme, so der Sprecher, gestreut worden sei an besonders anfälligen Abschnitten. Zwar lässt sich die "Härte" des Asphalts einstellen, indem etwa Art und Menge des beigemischten Bitumens variiert werden – doch je hitzebeständiger der Asphalt dadurch wird, desto spröder wird er bei Kälte. Vielerorts sind die Straßen offensichtlich nicht auf die derzeitigen Temperaturen ausgelegt. Lesen Sie hier mehr dazu, warum bei hohen Temperaturen der Beton platzt und der Asphalt weich wird.