Sicherheit im Schwimmbad: Hightech gegen Ertrinken: KI unterstützt Bademeister

Datum29.06.2026 04:00

Quellewww.zeit.de

TLDREinige hessische Schwimmbäder setzen KI zur Verbesserung der Sicherheit ein. Kameras überwachen das Wasser und eine KI identifiziert potenzielle Gefahren, die Bademeister über Smartwatches informiert. Dieses Hightech-System, bereits im Auebad Kassel und im Kleinfeldchen-Bad Wiesbaden im Einsatz, unterstützt das Personal und erhöht die Sicherheit, ersetzt aber nicht die menschliche Aufsicht. Weitere Bäder sollen nachrüsten.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Sicherheit im Schwimmbad“. Lesen Sie jetzt „Hightech gegen Ertrinken: KI unterstützt Bademeister“. Sie schlägt Alarm, wenn im Becken etwas Auffälliges passiert: In einigen hessischen Schwimmbädern werden die Bademeister und Bademeisterinnen von einer KI unterstützt, um mögliche schlimme Unfälle zu vermeiden. Im Auebad in Kassel kommt Künstliche Intelligenz seit gut einem Jahr zum Einsatz. Dort wurden nach Angaben der Städtischen Werke mehr als 20 Kameras installiert, die die Wasserfläche in der Schwimmhalle und den Freizeitbereich überwachen.  Die Live-Bilder werden von einer KI ausgewertet. Die Technologie arbeitet in Echtzeit und kann potenzielle Gefahren sofort identifizieren. Im Ernstfall informiert das System das Aufsichtspersonal über Smartwatches, damit es schnell handeln kann. Die Bilanz der Städtischen Werke fällt positiv aus. "Die KI macht in Zusammenarbeit mit unserem Aufsichtspersonal einen guten Job und sie ist eine gute Unterstützung", sagte ein Sprecher des Betreibers der Kasseler Bäder. Sie sorge für mehr Sicherheit. "Allerdings ist es schwer, einen konkreten "Notfall" zu beschreiben, denn die KI warnt ja früh, so dass es aktuell nichts von Notfällen zu berichten gibt, die verhindert worden wären", erläutert er. Im Auebad soll der Einsatz der Technologie ausgeweitet werden. Das System sei auch im Außenbereich installiert worden, berichtete der Sprecher. Er betonte zugleich, dass die KI das Aufsichtspersonal lediglich unterstütze. "Die KI ist eine gute Hilfe für unsere Fachkräfte im Bäderbetrieb. Aber, und das ist ganz wichtig, der Mensch geht vor." Der Mensch am Beckenrand bleibe entscheidend. Im Hallenbad des Wiesbadener Kleinfeldchen-Bades wird seit 2020 eine KI-gestützte Software eingesetzt, die Ertrinkende erkennen soll. Seit 2024 sei das System auch im Nichtschwimmerbecken des Freibads im Einsatz, sagt der Betriebsleiter des städtischen Bäderbetriebs mattiaqua, Thomas Baum. "Die Erfahrungen sind durchgängig positiv."  Das System unterstütze die Aufsichtskräfte und helfe in schwierigen Situationen, etwa bei einem hohen Besucheraufkommen oder Lichtspiegelungen. "Fehlalarme kommen sporadisch vor, trainieren letztlich aber auch die KI", ergänzte Baum. Im nächsten Schritt soll auch der Neubau des Schwimmbades des Sportparks Rheinhöhe ein solches System bekommen, mittelfristig sollen nach den Worten von Baum alle Bäder damit ausgestattet werden. In keinem der vier städtischen Bäder in Hanau wird derzeit KI zur Überwachung eingesetzt. Derartige Systeme könnten das Aufsichtspersonal nicht ersetzen, sondern höchstens unterstützen, teilte die Stadt mit. Hanau kenne verschiedene KI-gestützte Überwachungssysteme, die aber "vor allem durch hohe Preise auffallen" und einen hohen Aufwand beim Aufbau eines sinnvollen Systems erforderten. "Wir beobachten die Entwicklung weiter", erklärte die Stadt. © dpa-infocom, dpa:260629-930-300939/1