Frankenschnellweg: Wie geht es nach dem Bürgerentscheid weiter?

Datum29.06.2026 04:00

Quellewww.zeit.de

TLDRNach einem Bürgerentscheid stimmt Nürnberg dem Ausbau des Frankenschnellwegs zu. Fast 53% der Wähler lehnten den Bürgerentscheid ab und befürworteten die stauanfällige Verkehrsachse. Die Stadt kann nun Ausschreibungen freigeben und mit dem Projekt beginnen, das einen Tunnel, Lärmschutzwände und eine dritte Spur vorsieht. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf eine Milliarde Euro. Gegner kritisieren das Projekt als zu teuer und ineffektiv gegen Staus.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Frankenschnellweg“. Lesen Sie jetzt „Wie geht es nach dem Bürgerentscheid weiter?“. Nach dem Bürgerentscheid in Nürnberg will die Stadt den Ausbau des staugeplagten Frankenschnellwegs nun vorantreiben. "Jetzt werden die Ausschreibungen freigegeben", kündigte Oberbürgermeister Marcus König (CSU) an. Die Stadt hatte diese wegen des Bürgerentscheids zurückgehalten.  Der Ausbau des Frankenschnellwegs in Nürnberg spaltet seit vielen Jahren die Stadt und beschäftigte bereits mehrere Gerichte, wo die Gegner Niederlagen kassierten. Beim Bürgerentscheid waren nun rund 380.000 wahlberechtigte Nürnbergerinnen und Nürnberger gefragt.  Mit rund 53 Prozent lehnte nach Auswertung des Wahlamts am Sonntag die Mehrheit den Bürgerentscheid ab und stimmte damit für den Ausbau der staugeplagten Verkehrsachse. Knapp 47 Prozent sprachen sich dafür aus, die Baupläne zu stoppen.  Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 40 Prozent und damit höher als bei früheren Bürgerentscheiden in Nürnberg. Das dürfte auch daran gelegen haben, dass die Wahlberechtigten automatisch Briefwahlunterlagen zugeschickt bekommen hatten und viele diese nutzten.  Der Frankenschnellweg ist die innerstädtische Verlängerung der Autobahn 73 und wird in Nürnberg zum Nadelöhr, weil mehrere Kreuzungen den Verkehr ausbremsen. Die Stadt will deshalb einen 1,8 Kilometer langen Tunnel für den Durchgangsverkehr errichten. Außerdem sind weitere Lärmschutzwände geplant und im Westen eine dritte Spur. Die Kosten sind mit rund einer Milliarde Euro veranschlagt, wovon das Land den Großteil tragen wird.  Die Initiatoren des Bürgerentscheids halten das Bauprojekt dagegen für zu teuer und für zu kurz gedacht. Aus ihrer Sicht wird es das Stauproblem nicht lösen, sondern noch mehr Verkehr - vor allem Lastwagen - auf die Strecke ziehen. Die Initiatoren kündigten allerdings noch am Sonntagabend an, das Ergebnis des Bürgerentscheids zu akzeptieren.  Nach den Plänen der Stadt könnten nun bald die Vorbereitungen für die ersten Bauarbeiten beginnen. Zunächst sollen im Abschnitt West eine dritte Fahrspur und Lärmschutzwände entstehen. Start könnte im Frühjahr 2027 sein. Voraussichtlich 2030 könnten die Bauarbeiten im Mittelabschnitt weitergehen. Rund zehn Jahre sind dafür veranschlagt. © dpa-infocom, dpa:260629-930-300953/1