Österreich: Kommunisten gewinnen Wahl in Graz – FPÖ fällt auf den vierten Platz zurück

Datum28.06.2026 20:44

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie KPÖ hat die Gemeinderatswahl in Graz klar gewonnen und ihre Position ausgebaut, während die FPÖ auf den vierten Platz zurückfiel. Bürgermeisterin Elke Kahr, bekannt für ihre Wohnungspolitik, führt die Stadt seit 2021. Die Koalition mit Grünen und SPÖ ist trotz des Sieges unsicher, da die SPÖ ihre Beteiligung vom Wahlergebnis abhängig machte. Die KPÖ-Dominanz in Graz steht im Kontrast zum bundesweiten Trend.

InhaltIn der zweitgrößten Stadt Österreichs bleiben die Kommunisten an der Macht. Die KPÖ baute bei der Gemeinderatswahl ihren Vorsprung noch einmal aus. Entgegen dem Bundestrend landete die rechte FPÖ nur auf dem vierten Platz. Die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) hat die Gemeinderatswahl in Graz klar gewonnen und ihre Position als stärkste Kraft ausgebaut. Laut einer Hochrechnung vom Sonntagabend erhielt die Partei mehr als 36 Prozent der Stimmen und verbesserte sich damit deutlich im Vergleich zur Wahl 2021. Die kommunistische Bürgermeisterin Elke Kahr regiert Österreichs zweitgrößte Stadt seit 2021 in einer Koalition mit Grünen und Sozialdemokraten. Mit dem aktuellen Wahlergebnis bestätigt sich so erneut eine politische Besonderheit in Österreich. Während die KPÖ in Graz dominiert, spielt die auf Bundesebene in Umfragen stärkste Partei, die rechtspopulistische FPÖ, bei der Kommunalwahl nur eine Nebenrolle und landet nach vorläufigem Ergebnis auf dem vierten Platz. Zweitstärkste Kraft wurde die konservative ÖVP, gefolgt von den Grünen. Die Sozialdemokraten fielen auf Rang fünf zurück. Ob die bisherige Stadtregierung aus KPÖ, Grünen und SPÖ fortgesetzt werden kann, ist trotz des Wahlsiegs der Kommunisten noch unklar. Die Sozialdemokraten hatten ihre weitere Regierungsbeteiligung im Vorfeld vom Wahlergebnis abhängig gemacht. Die KPÖ erhält in Graz seit Jahren insbesondere für ihre Wohnungspolitik Zustimmung. Die 64-jährige Bürgermeisterin Elke Kahr setzt sich für bezahlbaren Wohnraum und soziale Hilfsangebote ein und genießt dafür auch über die Parteigrenzen hinaus Anerkennung. Kritiker verweisen dagegen unter anderem auf Kahrs frühere Ablehnung der Sanktionen gegen Russland. Mehr über die Politik von der Bürgermeisterin Elke Kahr lesen Sie hier.