Datum28.06.2026 15:42
Quellewww.zeit.de
TLDRMecklenburg-Vorpommern verzeichnete Rekordhitze von fast 40 Grad. Strände waren gut besucht, Strandkorbvermieter profitierten. Warnung vor Kreislaufzusammenbrüchen wegen großer Temperaturunterschiede zwischen Luft und Wasser. Großer Brand bei Neustrelitz unter Kontrolle, aber Waldbrandgefahr bleibt hoch. Ab Montag sinken die Temperaturen, Schauer und Gewitter bleiben möglich.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Wetter“. Lesen Sie jetzt „Rekord-Hitze und volle Strände - Abkühlung erwartet“. Einen neuen Temperaturrekord und teils volle Strände hat das Hitzewochenende Mecklenburg-Vorpommern beschert. An der Station Anklam sei am Samstag eine Temperatur von 39,6 Grad Celsius gemessen worden, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Der bisherige Hitzerekord im Nordosten wurde am 20. Juli 2022 in Boizenburg an der Elbe registriert. Der Deutsche Wetterdienst hatte damals 39,4 Grad Celsius gemessen. Und der bisherige Juni-Rekord lag bei 37,3 Grad, dieser Wert wurde am 30. Juni 2019 in Anklam gemessen. Die DWD-Werte sind zunächst vorläufig und werden noch überprüft, bevor sie später offiziell bestätigt werden. Das Wetter spielte unter anderem Strandkorbvermietern in die Karten. "Das ist jetzt im Augenblick wirklich das begehrteste Gut", sagte der Warnemünder Vermieter Alexander Fritz am Samstag. "Die aktuelle Situation ist exzellent." Durch die Reservierungen sei er schon mit 90-prozentiger Auslastung in den Tag gestartet. Der dortige Strand war demnach gut gefüllt. Besonders beliebt bei Strandbesuchern war laut Fritz auch der Strandbereich dicht am Wasser vor den Strandkörben. Doch auch bei der Abkühlung in der Ostsee sollte man etwas Vorsicht an den Tag legen. "Wir hatten Unterschiede zwischen Luft und Wasser, die zwischen zehn und zwölf Grad teilweise lagen", sagte DLRG-Landessprecher Thorsten Erdmann, der selbst als Rettungsschwimmer in Prerow auf dem Darß im Dienst war. "Ein Gefahrenpotenzial ist da vorhanden, weil bei diesem Unterschied kann es dann doch ganz schnell zu Kreislaufzusammenbrüchen kommen, wenn man sich da nicht an die guten alten Baderegeln hält." Demnach soll man langsam ins Wasser gehen, sich vorher benässen und erst einmal abkühlen. "Und ganz wichtig ist, wenn man am Strand ist, ganz, ganz viel trinken." Er empfahl zudem, gerade älteren Menschen, immer mal wieder Schattenplätze aufzusuchen. Es habe Kreislaufzusammenbrüche am Strand gegeben. Betroffene wurden an den Rettungsdienst übergeben, teils seien Menschen auch in die Klinik gekommen. Bereits am Freitag sei beispielsweise ein Mensch am Strand ohnmächtig geworden. Am Sonntag waren laut Erdmann zwar auch Menschen am Strand, aber weniger als am Samstag. "Die meisten sind dann auch schon abgereist, weil ja auch Gewitter vorausgesagt waren. Das merkt man schon." Er rechnete damit, dass sich nach dem Start der Sommerferien in einigen Bundesländern nun die Strände von Woche zu Woche mehr füllen werden. "Wenn das Wetter mitspielt." Trotz der Hitze feierten an der Mecklenburgischen Seenplatte in Lärz wieder Zehntausende Menschen vor allem zu elektronischer Musik. Auf dem Gelände gab es wie immer kostenloses Trinkwasser. Über die Mittagszeit galten Feierpausen. Der ärztliche Leiter des Festivals und Oberarzt an der Unimedizin Rostock Gernot Rücker rechnete bis zum Abschluss des offiziellen Programms am Sonntag damit, dass mehr als 2.000 Menschen von seinem Team mental oder medizinisch behandelt werden. Bis zum Vormittag gab es nach seiner Aussage keine ernsten Notfälle. Anders als in Schleswig-Holstein wurden in Mecklenburg-Vorpommern zumindest bis zum frühen Nachmittag keine vermehrten unwetterbedingten Einsätze von Polizei oder Feuerwehr registriert. Es habe zwar abgebrochene Äste gegeben, aber die Gewitter seien weitgehend harmlos geblieben. So waren bis dahin unter anderem Gewitter in Rostock oder auch in Sassnitz auf Rügen zu hören beziehungsweise zu sehen. Heftiger Regen etwa blieb aber aus. Unterdessen haben Einsatzkräfte den am Mittwoch gemeldeten Großbrand bei Neustrelitz unter Kontrolle gebracht. Offene Flammen seien aktuell nicht mehr sichtbar, berichtete das Forstministerium am Nachmittag. Aufgrund der weiterhin hohen Temperaturen im Waldboden und der Munitionsbelastung des ehemaligen sowjetischen Panzerschießplatzes bleibe die Lage jedoch anspruchsvoll. Das Leitforstamt Mirow hat unterdessen die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5 ausgerufen. Diese gilt damit für den Müritz-Nationalpark. In weiten anderen Teilen des Landes etwa im Südwesten oder im Osten gilt die zweithöchste Gefahrenstufe. Nachdem für Sonntag erneut extreme Wärmebelastung und Hitzegewitter mit Unwetterpotenzial vorhergesagt wurden, sollten die Temperaturen laut DWD in der Nacht zu Montag auf Werte zwischen 17 und 21 Grad fallen. Zum Wochenstart rechnet der DWD mit einem stark bewölkten Himmel und viel Nässe. Es könne auch weiterhin lokal zu Gewittern und Unwettern kommen, so der Wetterdienst. Die Temperaturen erreichen dann voraussichtlich Höchstwerte bis 29 Grad im Binnenland und 25 Grad an der Küste. © dpa-infocom, dpa:260628-930-299337/1