Ausgezeichnete Literatur: Erfurts Stadtschreiberin räumt bei Bachmann-Preis ab

Datum28.06.2026 15:25

Quellewww.zeit.de

TLDRErfurts Stadtschreiberin Lena Schätte gewann den Ingeborg-Bachmann-Preis für ihren Text "Was wir tragen", der eine bewegende Geschichte über Freundschaft und soziale Außenseiter beleuchtet. Die 32-jährige Autorin erhielt zudem den Publikumspreis. Schätte, die seit April Stadtschreiberin in Erfurt ist, nutzt ihr Stipendium für ein neues Romanprojekt. Ihr Erfolg unterstreicht die Bedeutung Erfurts als Förderer zeitgenössischer Literatur.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Ausgezeichnete Literatur“. Lesen Sie jetzt „Erfurts Stadtschreiberin räumt bei Bachmann-Preis ab“. Erfurts aktuelle Stadtschreiberin hat den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis im österreichischen Klagenfurt gewonnen. Lena Schätte setzte sich bei den 50. Tagen der deutschsprachigen Literatur gegen 13 Mitbewerber durch, wie die Jury mitteilte. "Es ist ein Fiebertraum", sagte sie in einer ersten Reaktion auf ihren Sieg. Die Auszeichnung der Stadt Klagenfurt ist dieses Jahr mit 30.000 Euro dotiert. Die 32 Jahre alte Autorin aus Nordrhein-Westfalen gewann das Wettlesen mit ihrem Text "Was wir tragen", in dem sie berührend, aber auch schonungslos die Freundschaft zwischen zwei übergewichtigen Hauptschülerinnen schildert, die sich als soziale Außenseiterinnen durchs Leben schlagen. Schätte erhielt auch den Publikumspreis. Seit 1. April ist Schätte offizielle Stadtschreiberin Erfurts. Bis Ende ihres Stipendiums Ende Juli lebt sie laut Kulturdirektion in einer Wohnung in der Erfurter Altstadt. Sie arbeitet demnach in der Landeshauptstadt an einem Romanprojekt, das 2027 erscheinen soll. Mit dem Stadtschreiber-Programm fördert Erfurt zeitgenössische Literatur. Oberbürgermeister Andreas Horn (CDU) würdigte den Erfolg der Autorin in Österreich: "Lena Schätte hat mit ihrem Text die deutschsprachige Literaturwelt berührt – und sie hat das aus Erfurt heraus getan". Ihr Triumph zeige, welche bedeutende literarische Stimme der Gegenwart die Stadt derzeit habe. Voriges Jahr hatte es Schätte mit ihrem Roman "Das Schwarz an den Händen meines Vaters" auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft. Bevor sie ihr Studium des Literarischen Schreibens am Deutschen Literaturinstitut Leipzig aufnahm, arbeitete Schätte mehrere Jahre als Psychiatriekrankenschwester. Der Bachmann-Preis wurde zum Gedenken an die österreichische Lyrikerin und Prosaschriftstellerin Ingeborg Bachmann gestiftet, die am vergangenen Donnerstag (25. Juni) 100 Jahre alt geworden wäre. © dpa-infocom, dpa:260628-930-299280/1