Extremwetter: Rekordhitze sorgt für Brände und Verkehrsprobleme

Datum28.06.2026 14:36

Quellewww.zeit.de

TLDREine Rekordhitze mit Temperaturen über 41 Grad hat Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen heimgesucht und zu zahlreichen Bränden, Verkehrsproblemen und tropischen Nächten geführt. Die extreme Hitze, begünstigt durch den Klimawandel, forderte den Rettungsdienst stark und führte zu Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr sowie zu gesperrten Autobahnen. Gewitter beendeten schließlich die Hitzewelle, doch die Debatte über Hitzeschutz wurde angefacht.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Extremwetter“. Lesen Sie jetzt „Rekordhitze sorgt für Brände und Verkehrsprobleme“. Rekordtemperaturen von mehr als 41 Grad, zahlreiche Brände, ausgefallene Bahnen und volle Freibäder: Die Hitzewelle hat Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen am Wochenende fest im Griff gehabt. Am Sonntag erreichte die extreme Wärmebelastung ihren Höhepunkt. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) steigt am Abend die Gefahr kräftiger Gewitter, bevor die Temperaturen zum Wochenbeginn deutlich zurückgehen. Schon seit Tagen ächzen die Menschen in den drei Bundesländern unter der außergewöhnlichen Hitze. Der DWD warnte am gesamten Wochenende vor einer starken bis extremen Wärmebelastung. In Sachsen und Sachsen-Anhalt sollten die Temperaturen am Sonntag noch einmal bis auf 41 Grad steigen, in Thüringen auf bis zu 40 Grad.  Besonders belastend waren dabei die tropischen Nächte, in denen vielerorts kaum Abkühlung eintrat. Im ostsächsischen Kubschütz sank die Temperatur in der Nacht zum Sonntag nach vorläufigen DWD-Angaben nicht unter 29,4 Grad - so warm war eine Nacht in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen noch nie. Auch tagsüber purzelten die Rekorde. Mit 41,5 Grad registrierte der DWD am Samstag in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt den bislang höchsten jemals in Deutschland gemessenen Wert. Sachsen stellte mit 40,3 Grad in Klitzschen bei Torgau einen neuen Landesrekord auf, Thüringen mit 40,4 Grad in Artern. Heftige Hitze wie in diesen Tagen tritt nach Angaben des Wetterdiensts im Zuge des Klimawandels immer häufiger auf. Die Trockenheit der vergangenen Tage begünstigte zugleich zahlreiche Wald- und Flächenbrände. Besonders schwierig blieb die Lage in der Gohrischheide an der Grenze zwischen Sachsen und Brandenburg. Dort flammte ein Feuer auf einem munitionsbelasteten Gelände erneut auf. Weil sich noch Altmunition im Boden befindet, können die Einsatzkräfte den Brand nur eingeschränkt bekämpfen. Auch andernorts waren Feuerwehren im Großeinsatz. Im Harz gerieten bei Blankenburg rund 4,5 Hektar Wald in Brand. Rund 120 Feuerwehrleute sowie zwei Löschflugzeuge kämpften gegen die Flammen. In Thüringen brannte bei Meuselwitz ein etwa sechs Hektar großes Waldgebiet auf einem ehemaligen Bergbaugelände. Die Rauchentwicklung war so stark, dass sie zeitweise bis nach Leipzig zog. Der DWD warnte weiter vor einer hohen bis sehr hohen Waldbrandgefahr in vielen Regionen. Die Hitze machte sich auch im Alltag bemerkbar. In Leipzig wurde der Straßenbahnverkehr wegen Hitzeschäden an Schienen und Weichen bis Montagmorgen komplett eingestellt. In Magdeburg kam es ebenfalls zu Ausfällen bei Straßenbahnen. Zudem stellten Fähren und Schiffe der Weißen Flotte wegen der hohen Temperaturen ihren Betrieb ein. Auf der Autobahn 2 sorgten aufgeplatzte Fahrbahnen weiter für Sperrungen und kilometerlange Staus. Viele Menschen suchten Abkühlung im Wasser. In Chemnitz kam es wegen des großen Andrangs zu Wartezeiten an mehreren Freibädern. In Thüringen öffneten Erfurt und Jena ihre Museen kostenlos als klimatisierte Rückzugsorte. Mehrere Veranstaltungen wurden wegen der Hitze abgesagt oder verkürzt. Auch der Rettungsdienst war außergewöhnlich stark gefordert. In Dresden etwa verzeichnete die Feuerwehr am Samstag mit 318 Rettungsdiensteinsätzen den bislang einsatzstärksten Tag des Jahres. Zahlreiche Notfälle wurden als möglicherweise hitzebedingt eingestuft. Aus Thüringen appellierte der Leiter einer Notaufnahme in Suhl an die Menschen, besonders auf ältere, kranke oder alleinlebende Nachbarn zu achten. Pflegeheime reagierten unter anderem mit zusätzlichen Trinkangeboten, Beschattung und angepassten Speiseplänen. Die Rekordhitze befeuerte zugleich die Debatte über besseren Hitzeschutz. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sprach sich für mehr Schatten und Wasser in Städten aus. Auch in Thüringen forderte die Linke einen stärkeren Ausbau öffentlicher Trinkbrunnen. Noch am Sonntag rechnet der DWD mit örtlich kräftigen Hitzegewittern. Möglich sind heftiger Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen. Mit einer Kaltfront endet die Hitzewelle zum Wochenbeginn. Am Montag sollen die Temperaturen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen deutlich zurückgehen und erreichen meist nur noch 26 bis 31 Grad. Allerdings bleibt die Unwettergefahr zunächst bestehen: Örtlich sind weitere kräftige Gewitter und hohe Niederschlagsmengen möglich. © dpa-infocom, dpa:260628-930-298990/1