Datum24.11.2025 16:18
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Thailand wurde eine 65-Jährige, die nach langer Krankheit für tot gehalten wurde, lebend aus ihrem Sarg gerettet. Ihr Bruder hatte sie bereits zur Einäscherung im Tempel gebracht, nachdem er ihren Zustand als hoffnungslos eingeschätzt hatte. Klopfgeräusche aus dem Sarg machten die Tempelmitarbeiter misstrauisch, was zur Rettung der Frau führte. Sie wurde ins Krankenhaus gebracht, und der Tempel übernimmt nun die Krankenversicherungskosten.
InhaltIhr Bruder hielt sie nach langer Krankheit bereits für tot. Doch kurz, nachdem er sie im Sarg zur Verbrennung im Tempel gebracht hatte, gab eine 65-Jährige Klopfzeichen von sich – und konnte so gerettet werden. Die Mitarbeiter eines Tempels in Thailand erlitten wohl einen Schock, als sie sich über einen zur Einäscherung angelieferten Sarg beugten: Aus diesem ertönten wiederholt Klopfgeräusche, wie die Buddhisten berichten. Ein Video auf der Facebook-Seite des Tempels Wat Rat Prakhong Tham in der Provinz Nonthaburi zeigt eine Frau, die im Inneren liegt. Sie bewegt schwach ihren Arm und ihren Kopf. Offenbar rettete das Klopfen nur knapp das Leben der 65-jährigen Frau. Denn eigentlich, so berichtet es Pairat Soodthoop, der Finanzvorsteher des Tempels, war der Sarg zur Verbrennung hergebracht worden. Angeliefert worden sei er vom Bruder der Frau. Dieser habe vermutet, dass seine Schwester nach zweijähriger Bettlägerigkeit verstorben sei. Die Geräusche hätten ihn jedoch misstrauisch gemacht, so Pairat. "Ich war etwas überrascht, also bat ich sie, den Sarg zu öffnen, und alle waren erschrocken", so der Vertreter des Tempels. "Ich sah, wie sie leicht die Augen öffnete und an die Seite des Sarges klopfte. Sie muss schon eine ganze Weile geklopft haben." Auch für die Angehörigen dürfte es seine Überraschung gewesen sein. Wie die Vertreter des Tempels ihren Bericht zitieren, habe sich der Zustand der Frau fortlaufend verschlechtert. Kurz vor ihrem vermeintlichen Tod sei sie nicht mehr ansprechbar gewesen. Als sie nicht mehr erkennbar geatmet habe, sei ihr Bruder aus der Provinz Phitsanulok aufgebrochen, um ihren letzten Willen zu ermöglichen: In einem Krankenhaus in Bangkok habe sie ihre Organe spenden wollen. Für die Fahrt dorthin habe er sie in einen weißen Sarg gelegt und mit diesem auf der Ladefläche eines Pick-ups die etwa Hunderte Kilometer lange Fahrt in die Hauptstadt angetreten. Das Krankenhaus, so berichtete der Mann weiter, habe die Annahme des Sarges ohne Sterbeurkunde jedoch abgelehnt. Daraufhin habe er sich am Sonntag an den Tempel gewandt, der einen kostenlosen Einäscherungsdienst anbietet. Doch auch dort sei er ohne Dokumente abgelehnt worden. Der Tempelvertreter sagt, dass er gerade versucht habe zu erklären, wie man eine Sterbeurkunde erhalte, als es klopfte. Die Frau wurde daraufhin in ein nahe liegendes Krankenhaus gebracht. Der buddhistische Tempel, so heißt es, wolle sich ihrer nun doch noch annehmen – indem er die Krankenhausrechnung bezahlt.