Datum28.06.2026 08:20
Quellewww.spiegel.de
TLDRIsrael hat Hisbollah-Kämpfer im Südlibanon angegriffen, getötet und verletzt. Dies geschah kurz nach Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zwischen Israel und dem Libanon, das von der Hisbollah abgelehnt wird. Das Abkommen zielt auf Frieden und die Entwaffnung von Milizen ab, um einen israelischen Rückzug aus dem Libanon zu ermöglichen. Unklar ist das Schicksal einer Gruppe Hisbollah-Kämpfer, die in einem Tunnel gefangen sein soll.
InhaltKampfflugzeuge und Drohnen: Israel hat Hisbollah-Kämpfer im Libanon attackiert. Unklar ist, wie es einem Trupp der Schiitenmiliz geht, der in einem Tunnel gefangen sein soll – ohne ausreichend Nahrung und Wasser. Das israelische Militär hat eigenen Angaben zufolge Hisbollah-Kämpfer im Südlibanon getötet. Der Einsatz gegen die mit Panzerfäusten bewaffneten Männer zeigt, wie fragil das Rahmenabkommen ist, das am Freitag in Washington zwischen Israel und dem Libanon unterzeichnet wurde. Dies nicht zuletzt, weil es auch bereits am Samstag zu israelischen Luftangriffen im Süden des Zedernstaates gekommen war. Laut der libanesischen Nachrichtenagentur NNA griffen israelische Kampfflugzeuge und Drohnen am Samstagabend ein Ziel in der Gegend von Nabatija an. Das Gesundheitsministerium in Beirut erklärte, mindestens ein Mensch sei getötet und zwei weitere verletzt worden. Unklar ist weiter, wie es den Hisbollah-Kämpfern geht, die laut einem Bericht der "New York Times" in einem weitverzweigten Tunnelkomplex im Südlibanon ausharren. Sie sollen dort – ähnlich wie seinerzeit Hamas-Kämpfer im Gazastreifen – umstellt sein von israelischen Truppen, Essen und Trinken demnach zur Neige gehen. Vertreter Israels und des Libanons hatten sich am späten Freitagabend in Washington auf ein Rahmenabkommen geeinigt. Die 14-Punkte-Vereinbarung soll den Weg zu einem umfassenden israelisch-libanesischen Friedensabkommen ebnen. Die Hisbollah lehnt das Abkommen ab. Der mit ihr verbündete Iran besteht darauf, dass ein Abkommen mit den USA zur Beendigung des Irankriegs auch den Libanon umfasst. Zu den zentralen Punken des israelisch-libanesischen Rahmenabkommens gehört neben einem "dauerhaften Frieden" die "verifizierte Entwaffnung nichtstaatlicher bewaffneter Gruppen und der Beseitigung der damit verbundenen Infrastruktur". Die von Iran finanzierte Hisbollah wird in dem Text als wichtigste dieser Gruppen genannt. Mit den Entwaffnungen solle ein schrittweiser Rückzug der israelischen Armee aus dem Libanon ermöglicht werden, heißt es in der Vereinbarung. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erklärte am Samstag, die israelischen Streitkräfte seien angewiesen worden, sich auf einen längeren Aufenthalt in der sogenannten Sicherheitszone im Südlibanon einzustellen. Diese umfasst ein Gebiet, das bis zu zehn Kilometer in libanesisches Territorium hineinreicht.