Datum24.11.2025 16:02
Quellewww.zeit.de
TLDRIm Jahr 2022 erlebte eine Person in Thüringen alle 75 Minuten häusliche Gewalt, was einen Anstieg um 7,5 Prozent auf 7.040 Betroffene bedeutet. Die häufigsten Delikte sind einfache Körperverletzung, Bedrohung und schwere Körperverletzung. Die Mehrheit der Opfer sind Frauen, oft betroffen von Partnerschaftsgewalt. Die Tatverdächtigen sind überwiegend männlich, wobei in über 52 Prozent der Fälle der eigene Partner der Täter ist. Die Dunkelziffer von nicht gemeldeten Fällen wird von der Polizei als hoch eingeschätzt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Tatverdächtige meist männlich“. Lesen Sie jetzt „Alle 75 Minuten häusliche Gewalt in Thüringen“. In Thüringen ist im vergangenen Jahr alle 75 Minuten eine Person Opfer häuslicher Gewalt geworden. Das ist das Ergebnis einer Sonderauswertung der abgeschlossenen Ermittlungsverfahren in der polizeilichen Kriminalstatistik durch die Thüringer Polizei. Demnach ist die Anzahl der Betroffenen um 7,5 Prozent auf 7.040 angestiegen. Die Polizei geht von einer noch deutlich höheren Dunkelziffer aus. Bei den meisten erfassten Fällen handelt es sich laut Statistik "vorsätzliche einfache Körperverletzung" (3.960 Fälle), gefolgt von Bedrohung (1.062) und gefährlicher und schwerer Körperverletzung (765). In vier Fällen ging es um Mord, in weiteren vierzehn um Totschlag. Die meisten der Opfer sind nach Polizeiangaben weiblich. Fast zwei Drittel von ihnen wurden demnach Opfer von "Partnerschaftsgewalt". Bei einem Drittel gehe es um "innerfamiliäre Gewalt", heißt es. Die meisten der insgesamt 5.485 registrierten Tatverdächtigen seien männlich. In etwas mehr als der Hälfte der Fälle gehe die Gewalt laut Statistik vom eigenen Partner aus (52,7 Prozent). In 36,8 Prozent der Fälle üben die Eltern Gewalt aus, in 26,2 Prozent aller Fälle sind es die Kinder. Unter häuslicher Gewalt versteht die Thüringer Polizei dabei nach eigenen Angaben "alle Formen körperlicher, sexueller oder psychischer Gewalt" sowie "innerfamiliäre sowie partnerschaftliche Gewalt". © dpa-infocom, dpa:251124-930-335126/1