Hitzewelle: Mehrere Menschen seit Freitag bei Badeunfällen gestorben

Datum28.06.2026 00:45

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Hitzewelle in Deutschland hat zu mehreren tödlichen Badeunfällen geführt. Seit Freitag starben mindestens fünf Menschen in Seen und Flüssen. Extreme Temperaturen locken Menschen verstärkt ans Wasser, was das Risiko erhöht. Der Deutsche Wetterdienst meldet anhaltend Rekordtemperaturen. Experten mahnen zur Vorsicht und warnen vor den Gefahren beim Baden in natürlichen Gewässern.

InhaltBei großer Hitze locken Seen und Flüsse zum kühlenden Bad. Doch dabei ist Vorsicht geboten. Seit Freitag kam es in Deutschland gleich zu mehreren tödlichen Unfällen. Deutschland stöhnt unter dem Tropenwetter. Das treibt die Menschen in Scharen an Gewässer aller Art, vom Baggersee bis zur Ostsee. Zuletzt häuften sich dabei die tragischen Unglücksfälle. Im ganzen Land sind seit Freitag mindestens fünf Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Am Samstag ertrank laut Polizei ein 27-Jähriger im Neckar bei Heidelberg, ein 30-Jähriger starb in einem Badesee bei Neuhofen südlich von Mannheim. Im Herner Meer am Rhein-Herne-Kanal in Nordrhein-Westfalen wurde zudem ein Kind vermisst. In Hessen wurde südwestlich von Frankfurt ein 40-Jähriger tot aus dem Waldsee Raunheim geborgen. Bereits am Freitag war im Seepark Lünen bei Dortmund ein 45 Jahre alter Mann von Besuchern aus dem Wasser gezogen worden. Der Mann starb laut Polizeiangaben später im Krankenhaus. Ein acht Jahre alter Junge wurde nach zweistündiger Suche tot aus einem Badesee in Isernhagen bei Hannover geborgen. Das Kind habe sich den ersten Hinweisen zufolge im Wasser aufgehalten und sei dann nicht mehr zu sehen gewesen, teilte die Polizei mit. Ebenfalls nach stundenlanger Suche wurden die Leichen von zwei Schwimmern am Freitag im Bodensee gefunden. Die älteren Männer waren am Donnerstag vor den Augen ihrer Frauen in den See gesprungen und verschwunden. In Heidelberg waren Polizei, Rettungskräfte und Taucher im Einsatz, um den 27-Jährigen aus dem Neckar zu bergen. Die anschließende Reanimation blieb erfolglos. Der 30-Jährige war in der Nähe von Mannheim mit Freunden an einem Badesee und ging allein ins Wasser. Nachdem die Freunde den Mann aus den Augen verloren hatten, alarmierten sie die Rettungskräfte. Bereits seit mehreren Tagen sorgt eine Hitzewelle in Deutschland für Temperaturen bis an und über die 40-Grad-Marke. Die Belastung ist für viele Menschen auch deshalb besonders groß, weil die Temperaturen über Tage hinweg vielerorts selbst nachts kaum Abkühlung brachten. Den zweiten Tag in Folge hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach vorläufigen Angaben einen Temperaturrekord in Deutschland registriert. Der vorläufige Höchstwert von 41,5 Grad wurde um 16.20 Uhr in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt gemessen, wie der Wetterdienst auf Anfrage mitteilte (mehr dazu hier). Für den späteren Abend und die Nacht zu Sonntag sollte im Norden und Nordwesten des Landes die Unwettergefahr durch verbreitete Gewitter steigen. Am Sonntag rechnete der DWD von Franken bis nach Brandenburg wieder mit hohen Temperaturen von 39 bis 41 Grad, in der Lausitz sogar bis 42 Grad. Jährlich sterben Hunderte Menschen beim Baden in deutschen Gewässern. Ein Experte der DLRG erklärt, wo in Flüssen, Seen und am Meer die größten Risiken lauern – und was bei Gefahr zu tun ist. Mehr dazu hier im Interview: "Versuchen Sie nicht, gegen die Strömung anzukämpfen."