Datum27.06.2026 15:09
Quellewww.spiegel.de
TLDRPorsche erwägt laut einem Zeitungsbericht die Verlagerung der Cayenne-Produktion von Bratislava nach Leipzig. Ziel sei die langfristige Werkssicherung in Sachsen. Bedingung sei allerdings die Zustimmung der Arbeitnehmer zu Lohnkürzungen, da die slowakischen Löhne deutlich niedriger sind. Ein Porsche-Sprecher äußerte sich nicht dazu. Diese Entscheidung steht im Kontext eines geplanten, tiefgreifenden Umbaus beim Mutterkonzern Volkswagen, der auch Stellenabbau vorsieht. Porsche-Chef Leiters priorisiert die Straffung des Modellportfolios und den Ausbau margenstarker Modelle.
InhaltLeipzig statt Bratislava: Porsche plant einem Zeitungsbericht zufolge, die Produktion des Cayenne zu verlagern. Doch es gibt eine Bedingung an die Arbeitnehmer. Der Sportwagenhersteller Porsche will einem Zeitungsbericht zufolge die Herstellung seines SUV Cayenne mit allen drei Antriebsvarianten von Bratislava nach Leipzig verlagern. Damit wolle Vorstandschef Michael Leiters die Auslastung des Werks in Sachsen langfristig absichern, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Samstag unter Berufung auf Arbeitnehmerkreisen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Arbeitnehmer sich auf eine spürbare Absenkung der Löhne einließen, weil die Entgelthöhen in der Slowakei deutlich unter dem Niveau der deutschen Porsche-Mitarbeiter liegen. Ein Porsche-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu dem Zeitungsbericht ab. Porsches Mutterkonzern Volkswagen steht Insidern zufolge vor dem größten Umbauprogramm seiner fast 90-jährigen Geschichte. Konzernchef Oliver Blume hatte dem Aufsichtsrat kürzlich seine Pläne für ein hartes Sanierungsprogramm vorgelegt. Die Pläne sehen unter anderem vor, die Produktion von Konzernautos in den Werken Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm auslaufen zu lassen. Es wird befürchtet, dass im Konzern in den kommenden Jahren 100.000 Stellen wegfallen könnten. Investoren hatten Porsche-Chef Leiters bei der Hauptversammlung zu mehr Tempo bei seinem Sanierungskurs gedrängt. Leiters, der seit Jahresbeginn an der Spitze von Porsche steht, setzt bei den Autos den Rotstift an. Das Portfolio sei zu komplex geworden, insbesondere im Vergleich mit den Wettbewerbern, hatte er gesagt. Deswegen werde die Zahl der Varianten reduziert. Zugleich erwägt das Unternehmen, sein Angebot an margenträchtigen Modellen auszubauen – sowohl bei den klassischen Sportwage als auch bei großen SUV-Fahrzeugen.