Datum27.06.2026 06:00
Quellewww.zeit.de
TLDREin Geschichtspodcast porträtiert Alexander Hamilton, den ehrgeizigen Außenseiter unter den US-Gründervätern. Er kämpfte als junger Soldat für die Unabhängigkeit und wurde später erster Finanzminister. Der Podcast beleuchtet seine Konflikte über die zukünftige Ausrichtung der USA – ein loser Staatenbund oder eine starke Republik? Er thematisiert auch die Popularität des Broadway-Musicals "Hamilton" und Hamiltons frühes, gewaltsames Ende.
InhaltUnter den Gründervätern der USA war Alexander Hamilton der Außenseiter. Er scheute keinen Konflikt. Über seinem Leben stand die Frage: Welches Land wollen die USA sein? Wieder und wieder bittet der junge Adjutant seinen Oberbefehlshaber George Washington, ihm ein Kommando zu übertragen. Der Unabhängigkeitskrieg der Amerikaner gegen das britische Empire geht ins fünfte, ins sechste Jahr, aber Washington bleibt unbeeindruckt. Er hat gute Verwendung für den jungen Mann, Alexander Hamilton ist sein Name, diktiert ihm Briefe, lässt ihn die Korrespondenz erledigen, politische Schreiben aufsetzen, diplomatische Noten verfassen. Aber ein Kommando gibt er ihm nicht. Bis sie sich Anfang 1781 zerstreiten. Da sieht Washington ein, dass Hamilton seinen Teil zum Freiheitskampf der Vereinigten Staaten beitragen will und muss – und schickt ihn mit einer Truppe in die Schlacht von Yorktown gegen die Briten. Es wird der Wendepunkt des Krieges. Die USA werden unabhängig. Hamilton ist einer der Kriegshelden. Das ist nur eine der vielen Geschichten, die es über Alexander Hamilton zu erzählen gibt, den vielleicht schillerndsten Charakter unter den Gründervätern der USA. Hamilton unterscheidet sich scharf von den Plantagenbaronen und Großstadtfürsten, von Washington, Jefferson, Franklin, Adams, die in der ersten Reihe der Urahnen der USA stehen. Hamilton stammt aus der Karibik, kommt als uneheliches Kind zur Welt, ist bald Vollwaise und verdient als Jugendlicher seinen Unterhalt als Schreiber im Hafenkontor. Nichts deutet darauf hin, dass er einmal der erste Finanzminister der USA werden wird. In der neuen Folge von Wie war das noch mal? erzählen wir die Geschichte Alexander Hamiltons, der als Außenseiter im Machtzentrum der jungen USA steht und der keinen Konflikt scheut. Wir zeichnen die tiefen politischen Konflikte nach, die er austrägt und die sich im Kern um das drehen, was die USA sein sollen und wollen: ein lockerer Bund souveräner Einzelstaaten – oder eine starke Republik mit Zentralregierung? Wir sprechen auch darüber, wie es kam, dass Hamilton vor einigen Jahren zum Helden eines gleichnamigen Broadway-Musicals avancierte und sogar Barack Obama sich am Ende seiner zweiten Amtszeit 2017 von einem Hamilton-Song aus dem Weißen Haus begleiten ließ. Das Musical präsentiert Hamilton als genialen Außenseiter, Aufsteiger und Revolutionär – als Mann von schwindelerregendem Ehrgeiz und ebenso großem Talent. Doch was ist da dran? Weshalb lohnt es sich gerade heute, im Jubiläumsjahr 2026, einen genaueren Blick auf ihn zu werfen? Und welches dunkle Geheimnis verbirgt sich hinter Hamiltons frühem und gewaltsamem Tod? Das aktuelle ZEIT Geschichte-Heft 250 Jahre USA. Die Geburt der Vereinigten Staaten – und der Angriff auf das Erbe der Gründerväter bekommen Sie online im ZEIT Shop oder im Handel. Unter diesem Link können Sie eine Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen bestellen. Alle Folgen des Podcasts hören Sie hier. Die Redaktion erreichen Sie per Mail unter zeitgeschichte@zeit.de. Folgende Bücher haben wir für diese Sendung verwendet: Ron Chernow: Alexander Hamilton, Bloomsbury, London 2020 Joseph J. Ellis: Sie schufen Amerika. Die Gründergeneration von John Adams bis George Washington, C. H. Beck, München 2002 Den besonderen Auftritt der Hamilton-Besetzung im Weißen Haus ist in voller Länge auf YouTube zu sehen. Außerdem gibt es dort auch Washingtons Farewell Address, gelesen von Barack Obama.