Datum27.06.2026 05:00
Quellewww.zeit.de
TLDRTrotz extremer Hitze trainieren rund 300 Einsatzkräfte des Havariekommandos und THWs die Bekämpfung von Ölverschmutzungen auf der Weser bei Brake. Eine dreitägige Übung simuliert ein Schiffsunglück mit mehreren Tonnen Schweröl. Angesichts von über 30 Grad wurden die Abläufe angepasst: Schwerstarbeit wird in kühlere Tageszeiten verlegt, Pausen und zusätzliche Kühlmöglichkeiten wie Schattenbereiche und gesponserte Getränke sind vorgesehen, um die Einsatzkräfte vor Überhitzung zu schützen, während der Rettungsdienst vor Ort ist.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Brake im Landkreis Wesermarsch“. Lesen Sie jetzt „Wenn Öl ausläuft und die Sonne brennt - Großübung bei Hitze“. Trotz der extremen Hitze trainieren ab heute das Havariekommando und rund 300 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks die Bekämpfung von großen Ölverschmutzungen in Gewässern. Im Mittelpunkt der dreitägigen Übung im niedersächsischen Brake steht ein fiktives Schiffsunglück auf der Weser, bei dem mehrere Tonnen Schweröl austreten und das Weserufer verschmutzen. Wegen einer erwarteten Temperatur von mehr als 30 Grad haben die Organisatoren den Ablauf angepasst. "Die Einsatzkräfte trainieren unter realistischen Bedingungen, wie das Öl auf dem Wasser und an Land eingedämmt, aufgenommen und beseitigt werden kann", teilte das Havariekommando mit. An der Übung beteiligen sich Fachgruppen aus allen acht Landesverbänden des Technischen Hilfswerks (THW). "Schwere Arbeiten werden in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegt und in der Mittagszeit (12-14 Uhr) gibt es verpflichtende Pausen", berichtete ein Sprecher des Havariekommandos auf dpa-Nachfrage."Wir stellen außerdem zusätzliche Schatten- und Kühlbereiche bereit." Alle Teilnehmenden erhalten demnach UV-schützende Kopfbedeckungen. Während der Übung werden Helme, Sicherheitsschuhe und Handschuhe wie üblich getragen. Bei Arbeiten, die einen Vollschutzanzug erfordern, soll die Tragezeit aber so kurz wie möglich sein. Zudem werde es Pausen mit Kühlmaßnahmen geben, sagte der Sprecher. Demnach werden die Arbeitszeiten so gestaltet, dass die Belastung in den heißesten Stunden so weit wie möglich reduziert wird. "Alle Beteiligten sind angehalten, auf sich und ihre Kameradinnen und Kameraden zu achten, regelmäßig zu trinken und schon bei geringsten Anzeichen von Überhitzung sofort die Kühl- beziehungsweise Sanitätsstationen aufzusuchen." Um die Einsatzkräfte zu schützen, stellt das Havariekommando weitere Zelte und Sonnensegel, mobile Kühlstationen und Ventilatoren auf. Zudem gibt es Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50, gekühltes Wasser und Elektrolyt-Getränke. "Der Rettungsdienst ist während der gesamten Übung mit vor Ort, um bei Hitzebelastungen sofort zu helfen", schrieb der Sprecher. Das Havariekommando ist eine Einrichtung des Bundes und der Küstenländer. Bei Unfällen auf der Nord- und Ostsee plant und organisiert es Hilfe etwa für Verletzte, bei Verunreinigungen durch Schadstoffe und bei Bränden. Es arbeitet mit Partnern auf Bundes- und Länderebene zusammen wie Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Das Technische Hilfswerk (THW) ist eine Bundesanstalt und gehört organisatorisch zum Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums. "98 Prozent der Angehörigen engagieren sich ehrenamtlich im THW", heißt es auf der Homepage. © dpa-infocom, dpa:260627-930-292841/1