Rohstoffe: Verband: Zementverbrauch auf Niveau vor Zweitem Weltkrieg

Datum27.06.2026 04:55

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Baustoffindustrie in Deutschland befindet sich laut Branchenverband in einer historischen Krise. Der Zementverbrauch ist auf Vorkriegsniveau gesunken, was auf hohe Zinsen, gestiegene Baukosten und rückläufige Investitionen im öffentlichen sowie privaten Sektor zurückzuführen ist. Der Wohnungsbau liegt weiterhin am Boden, obwohl Genehmigungen leicht gestiegen sind. Staatliche Mittel wirken noch kaum, eine Belebung der Bautätigkeit wird erst ab dem zweiten Halbjahr erwartet.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Rohstoffe“. Lesen Sie jetzt „Verband: Zementverbrauch auf Niveau vor Zweitem Weltkrieg“. Die Baustoffindustrie in Deutschland steckt nach Ansicht des Branchenverbands in einer historischen Krise. Diese betreffe nahezu alle Sektoren, die in den Hoch- und Tiefbau liefern, sagte der Präsident des Bundesverbandes Baustoffe - Steine und Erden (BBS), Dominik von Achten, der Deutschen Presse-Agentur. Der Verbrauch von Zement liege in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern wie Frankreich auf dem Niveau vor dem Zweiten Weltkrieg.  In den vergangenen Jahren sei es für die Baustoffindustrie "im dramatischen Schritt zurückgegangen", sagte von Achten, zugleich Chef des Dax-Konzerns Heidelberg Materials. "Der Zementverbrauch in Deutschland liegt derzeit rund 30 Prozent unter dem Niveau von 2020. Das ist keine Stagnation mehr, das ist Rezession." Die Gründe seien vielfältig: Das hohe Zinsniveau und die gestiegenen Bau- und Baunebenkosten hemmen den privaten Wohnungsbau, zudem sind die Investitionen im öffentlichen Infrastrukturbau sowie bei Industrie- und Bürogebäuden rückläufig. Die Nachfrage im Inland bleibe noch schwach, sagte von Achten. "Der Wohnungsbau liegt nach wie vor danieder." Die Genehmigungen seien jüngst zwar um etwa 10 Prozent gestiegen, jedoch dauere es Monate, bis wirklich gebaut werde. Bei Infrastrukturprojekten sind staatliche Mittel aus dem Sondervermögen der Bundesregierung angekündigt, diese wirkten bislang jedoch kaum. "Die gute Nachricht: Die Milliarden sind jetzt eingeplant und sollten sich ab dem zweiten Halbjahr in einer verstärkten Bautätigkeit niederschlagen." © dpa-infocom, dpa:260627-930-292765/1