Datum27.06.2026 04:44
Quellewww.zeit.de
TLDRNach schweren Erdbeben wurde der venezolanische Bundesstaat La Guaira unter Militärkontrolle gestellt, um die öffentliche Ordnung zu sichern und Rettungsarbeiten zu erleichtern. Zufahrtsstraßen wurden gesperrt, um die Ausbreitung von Gesundheitsrisiken zu verhindern. Die Zahl der Toten stieg auf über 920, Zehntausende werden vermisst. Vizepräsidentin Delcy Rodríguez erhielt während eines Besuchs in einem Erdbebengebiet in Caracas Buhrufe von Anwohnern, die ihr Wahlkampf vorwarfen und ihre politischen Motive kritisierten.
InhaltDas Militär hat die Kontrolle über die von den Erdbeben am stärksten betroffen Region übernommen. Delcy Rodríguez wird beim Besuch im Katastrophengebiet ausgebuht. Der von den Erdbeben am Mittwoch am stärksten betroffene venezolanische Bundesstaat La Guaira ist unter Militärkontrolle gestellt worden. So solle die öffentliche Ordnung aufrechterhalten und die Rettungsarbeiten unterstützt werden, sagte der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez. Zudem wurden die Zufahrtsstraßen nach La Guaira, nördlich der Hauptstadt Caracas aus humanitären und gesundheitlichen Gründen geschlossen, wie Innenminister Diosdado Cabello mitteilte. Man wolle verhindern, dass Menschen dorthin reisten, die dort nichts zu tun hätten. Ziel sei es, gesundheitliche Risiken zu minimieren sowie die Bergungsarbeiten zu beschleunigen. Inzwischen ist die von den Behörden bestätigte Zahl der Toten auf mindestens 920 gestiegen. Mehr als 3.300 Menschen seien verletzt worden. Nach Angaben der Vereinten Nationen werden noch immer mehr als 50.000 Menschen vermisst. Staatspräsidentin Delcy Rodríguez bestätigte, dass sie mit US-Präsident Donald Trump und Außenminister Marco Rubio telefoniert habe. Sie hätten ihr erneut die Hilfe der USA "in diesem schwierigen Moment für Venezuela" zugesagt, schrieb Rodríguez auf X. Unterdessen wurde die Präsidentin bei einem Besuch in einem Erdbebengebiet in Caracas ausgebuht. Angehörige von Erdbebenopfern skandierten "raus, raus", berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Die Anwohner des wohlhabenden Viertels von Caracas, das Rodriguez besuchte, warfen ihr vor, aus der Katastrophe politisches Kapital schlagen zu wollen. "Es reicht jetzt, inmitten einer Tragödie wie der, die wir gerade erleben, Wahlkampf zu machen", riefen die Menschen.