Datum27.06.2026 04:00
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Baden-Württemberg steigt die Waldbrandgefahr aufgrund von Hitze und Trockenheit. Besonders Fichtenwälder sind betroffen. Menschliches Verhalten ist häufigste Brandursache; Rauchen und Grillen sind, teils auch an ausgewiesenen Plätzen, verboten. Bei Brandverdacht sofort die 112 anrufen. Feuerwehren sind vorbereitet, doch Waldbrände sind schwer zu bekämpfen. Regen und sinkende Temperaturen könnten die Gefahr nächste Woche reduzieren.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bei Hitze und Trockenheit“. Lesen Sie jetzt „Waldbrandgefahr steigt: Was jetzt im Wald zu beachten ist“. Trockene Böden, kaum Regen: In Baden-Württemberg steigt die Waldbrandgefahr zum Wochenende deutlich. Ab Freitag erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) für fast alle Regionen mindestens eine hohe Gefahr, in manchen sogar die höchste Warnstufe. Was das für Menschen im Südwesten bedeutet - die wichtigsten Fragen und Antworten. Unter anderem in Bad Mergentheim und Niederstetten, Freudenberg, in Stuttgart am Flughafen und Freiburg gilt laut DWD am Wochenende die höchste Warnstufe - also eine sehr hohe Waldbrandgefahr. Dass einzelne Orte besonders betroffen sind, hängt nach Einschätzung von DWD-Meteorologin Elisabeth Brunnbauer von mehreren Faktoren ab: von den erwarteten Temperaturen, den Niederschlägen in letzter Zeit und auch von der Art des Waldes. Fichtenwälder sind oft trockener. Mischwald ist meist weniger anfällig. Die Lage ist angespannt, aber auch nicht außergewöhnlich. Nach Angaben des Forstministeriums ist die Waldbrandgefahr derzeit zwar höher als in den Vorjahren, insgesamt bewege sich die Situation aber noch im Rahmen eines normalen Sommers, sagte ein Sprecher. Besucher sollten derzeit besonders vorsichtig sein. Im Sommer gilt im Wald ein Rauchverbot. Grillen ist grundsätzlich nur an ausgewiesenen Plätzen erlaubt - und selbst dort teils nicht mehr: In Heidenheim und Stuttgart, Offenburg, Freiburg und im Enzkreis darf nach Angaben der zuständigen Stellen derzeit auch an festen Grillplätzen nicht gegrillt werden. Ja. Meist ist menschliches Verhalten der Auslöser für einen Waldbrand. "Ein heißer Katalysator von einem unachtsam abgestellten Fahrzeug oder die Hitze eines Einweggrills kann ausreichen, um einen Waldbrand zu entfachen", sagte Forstministerin Marion Gentges (CDU). Wer Rauch oder ein Feuer bemerkt, sollte sofort die 112 anrufen. Wenn es sicher ist, sollte man zunächst in der Nähe bleiben, damit Einsatzkräfte schneller zum Brandort finden. Nach Angaben des Landesfeuerwehrverbandes kann die Leitstelle den Standort bei einem Notruf per Smartphone unter Umständen orten. Hilfreich ist es außerdem, markante Punkte in der Umgebung zu nennen - etwa Wege, Schilder oder andere Landmarken. "Die Feuerwehren in Baden-Württemberg sind grundsätzlich jederzeit gut vorbereitet und einsatzbereit", sagte eine Sprecherin des Landesfeuerwehrverbandes. Waldbrände seien aber oft besonders schwierig zu bekämpfen: Sie entstehen teils in steilem oder schwer zugänglichem Gelände, und auch die Wasserversorgung ist nicht immer leicht herzustellen. Deshalb bilden die Feuerwehren sich regelmäßig für solche Einsätze fort und stimmen sich eng mit den Förstern in den jeweiligen Landkreisen ab. Kommende Woche könnte sich die Lage entspannen. Der DWD erwartet Regen und Gewitter in weiten Teilen Baden-Württembergs, überdies sollen die Temperaturen um bis zu zehn Grad sinken. Dann dürfte auch die Waldbrandgefahr wieder zurückgehen. "Wenn es viel regnet, ist es sogar möglich, dass der Index lokal bis auf Stufe eins zurückgeht", erklärte Meteorologin Brunnbauer. © dpa-infocom, dpa:260627-930-292654/1