Torhüter unter sich: »Alle keine Ahnung!« Hildebrand geht auf Neuer-Kritiker los

Datum26.06.2026 21:16

Quellewww.spiegel.de

TLDREx-Nationaltorhüter Timo Hildebrand kritisiert die Medien und Fans scharf für die Schuldzuweisungen an Manuel Neuer nach der Niederlage gegen Ecuador. Hildebrand verteidigt Neuer und argumentiert, dass mehrere Fehler von Feldspielern den Gegentoren vorausgingen. Er fordert, Neuer in Ruhe zu lassen, da er für die anstehenden KO-Spiele in Topform gebraucht wird. Neuer selbst wies eine Schuld für die Gegentore zurück.

InhaltManuel Neuer machte bei der Niederlage gegen Ecuador keine gute Figur. Aber trug er auch eine Schuld? Sein Vorgänger Timo Hildebrand hat dazu eine klare Meinung. Fußballtorhüter sind ein wandelndes, vielleicht springendes Klischee. Sie seien verrückt, erzählt man sich. Alle Torwarte hätten eine Macke, heißt es, wie sie aus ihren Strafräumen stürmen oder sich in hundertstundenkilometerschnelle Bälle werfen. Und vielleicht sind das gar keine Klischees. Auch, wenn Bundesligatorhüter im SPIEGEL anderes behaupten . Das eigentliche Problem dürfte sein, dass sich die meisten Torhüter ganz einfach missverstanden fühlen. Von Leuten, die ihre Position einfach nicht verstehen wollen, die sagen, dass man diesen oder jenen Ball doch bestimmt hätte halten können. Torhüter entwickeln dann, obwohl die Position manchmal doch eher Einzel- statt Teamsport ist, ein fast schon rührend anmutendes Mitgefühl mit ihren Torwartkollegen. Wie Timo Hildebrand jetzt. Der ehemalige Nationaltorhüter ist nach dem WM-Spiel der deutschen Mannschaft gegen Ecuador für Manuel Neuer in die Bresche gesprungen. Die deutsche Nummer eins sah bei der Niederlage im letzten Gruppenspiel bei beiden Toren unglücklich aus . Zumindest beim zweiten Tor sehen Experten eine Mitschuld der – so kann man wohl sagen – lebenden Legende. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. In einem Instagram-Video knöpft sich Hildebrand mehrere Medien und auch Fans vor. "Jeder sucht ja wieder einen Schuldigen", sagt Hildebrand darin. Die Schlagzeilen über einen "Torwartpatzer" oder "Torwartfehler" könne er nicht nachvollziehen. "Ich sag's euch, ihr habt alle keine Ahnung". Hildebrand, den die Debatte "richtig hart" ärgere, brachte auch das Kernargument eines jeden uneinsichtigen Torhüters: Bei den Gegentoren seien bereits mehrere Fehler von Mitspielern vorausgegangen. David Raum habe ein Kopfballduell verloren, sagt Hildebrand, Jamal Musiala habe "sich wegschubsen lassen wie ein Schuljunge" und Jonathan Tah habe falsch gestanden. Dass beides gleichzeitig wahr sein kann, Neuers Mitspieler keine gute Figur machten, er selbst aber auch nicht? Vielleicht auch egal, weil es Hildebrand offenbar sowieso darum geht, seinen einstigen Nachfolger zu verteidigen. "Lasst mal Neuer in Ruhe", sagt er in seinem Video. Der Tonus: Es geht noch um etwas bei dieser WM. Die K.-o.-Runde steht an, am Montag das Sechzehntelfinale. Und ab dann, das sollte allen deutschen Fans klar sein, braucht es einen Neuer in Topform. Den ehemaligen Welttorhüter scheint die ganze Situation aber ohnehin nicht zu belasten. Angesprochen darauf, ob es sich um einen Fehler zum 1:2-Endstand gehandelt habe, sagte der Torwart nach dem Spiel mit seiner bekannten, nennen wir es selbstbewussten Art: "Nein."